Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft steht bei den Olympischen Spielen vor dem Tor zu den Medaillenrängen. Nur noch ein Sieg trennt das DEB-Team vom Einzug in die Runde der letzten vier. Im heutigen Viertelfinale trifft die Mannschaft von Bundestrainer Harold Kreis auf die Slowakei (12:10 Uhr). Angeführt von den NHL-Superstars Leon Draisaitl und Moritz Seider ist sich die Auswahl ihrer historischen Chance bewusst und geht mit breiter Brust in das entscheidende K.o.-Spiel.

NHL-Stars blasen zum Angriff: "Halbfinale zum Greifen"

Nach dem überzeugenden 5:1-Erfolg gegen Frankreich ist das Selbstvertrauen im deutschen Lager groß. Die NHL-Profis gehen dabei verbal voran und schwören das Team auf die große Möglichkeit ein. "Das Halbfinale ist zum Greifen", erklärte Verteidiger Moritz Seider euphorisch. Der Abwehrchef der Detroit Red Wings bewertete die Auslosung pragmatisch: "Man hätte sich keinen besseren Gegner wünschen können. Jetzt liegt es an uns."

Auch Kapitän Leon Draisaitl forderte von seinen Mitspielern volle Konzentration auf den Augenblick. "Wir müssen die Möglichkeit realisieren, die hier vor uns liegt", appellierte der Stürmerstar der Edmonton Oilers an die Mannschaft. Der Fokus liegt darauf, die Qualität des Kaders nun im wichtigsten Moment aufs Eis zu bringen.

Das "Glückslos" Slowakei: Chance und Warnung zugleich

Objektiv betrachtet hatte Deutschland Fortuna auf seiner Seite, als die Karten nach der Vorrunde neu gemischt wurden. Mit der Slowakei erwischte die DEB-Auswahl einen Gegner, der auf dem Papier machbarer erscheint als die Schwergewichte Kanada, USA oder Schweden, die ebenfalls direkt für das Viertelfinale qualifiziert waren.

Doch trotz der favorisierten Rolle warnt die Historie vor Leichtsinn: Bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking beendeten die Slowaken die deutschen Medaillenträume jäh. Damals unterlag Deutschland in der Viertelfinal-Qualifikation deutlich mit 0:4 – wenngleich damals auf beiden Seiten die NHL-Akteure fehlten. Der Respekt vor dem Gegner ist daher ungebrochen.

Trainer Kreis fordert Disziplin gegen Slafkovsky und Co.

Bundestrainer Harold Kreis weiß um die Stärken des Gegners, der besonders durch Juraj Slafkovsky vom NHL-Rekordmeister Montréal Canadiens an Qualität gewinnt. "Das ist eine sehr gefährliche, gute Mannschaft. Wir müssen unser Spiel aufs Eis bringen", analysierte Leon Draisaitl den Kontrahenten.

Auch der Coach lobte die technische und läuferische Klasse der Slowaken. Sein Matchplan für den Einzug ins Halbfinale ist klar definiert: Aus einer gut organisierten Defensive heraus soll das deutsche Team "geradlinig" nach vorne spielen, um die gegnerische Abwehr unter Druck zu setzen. Gelingt dies, ist der Traum von einer weiteren olympischen Eishockey-Medaille für Deutschland zum Greifen nah.

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