Die Eishockey-Frauen der USA sind zurück auf dem Olymp: In einem dramatischen Finale in Mailand besiegte das US-Team den Erzrivalen Kanada mit 2:1 nach Verlängerung und krönte sich zum dritten Mal zum Olympiasieger. Verteidigerin Megan Keller avancierte in der Overtime zur Matchwinnerin und beendete den Traum der Kanadierinnen von der Titelverteidigung.

Später Ausgleich und Keller-Tor in der Overtime

Das Endspiel in der Mailänder Arena Santagulia entwickelte sich zu dem erwarteten Krimi zwischen den beiden dominierenden Nationen des Fraueneishockeys. Lange Zeit sah es nach einem erneuten Triumph für die Ahornblätter aus, nachdem Kristin O'Neill die Kanadierinnen zu Beginn des zweiten Drittels (21.) in Führung gebracht hatte. Es war der erste Gegentreffer für die USA im gesamten Turnierverlauf nach über sechs Stunden ohne Makel.

Doch die US-Amerikanerinnen gaben sich nicht geschlagen. Altstar Hilary Knight erzwang 124 Sekunden vor der Schlusssirene (58.) den viel umjubelten Ausgleich. In der anschließenden Verlängerung hatten beide Teams Chancen auf Gold, ehe Megan Keller traf und den siebten Sieg in Folge gegen den nördlichen Nachbarn perfekt machte. Damit nahmen die USA erfolgreich Revanche für die 2:3-Niederlage im Endspiel von Peking vor vier Jahren.

Hilary Knight: Ein Abschied mit Rekord und Emotionen

Für die 36-jährige Hilary Knight war das Finale nicht nur sportlich ein Highlight. Mit ihrem entscheidenden Abfälscher zum 1:1 markierte sie ihr 15. Olympia-Tor und stellte damit einen US-Rekord auf. Es war zugleich wahrscheinlich der letzte Auftritt der Stürmerin auf der olympischen Bühne. Abseits des Eises sorgte Knight ebenfalls für Schlagzeilen: Erst einen Tag vor dem Finale hatte sie ihrer Partnerin Brittany Bowe einen Heiratsantrag gemacht.

Auf der Gegenseite blieb die Zukunft von Kanadas Eishockey-Ikone Marie-Philip Poulin offen. Die 34-Jährige, die als „Captain Clutch“ bekannt ist und 2010, 2014 sowie 2022 jeweils die Siegtreffer in den Finals erzielte, konnte die Niederlage diesmal nicht abwenden.

Das ewige Duell unter den Augen von Tom Brady

Die Rivalität zwischen den USA und Kanada ist legendär. Bereits zum 30. Mal trafen die beiden Nationen in einem Finale bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften aufeinander. „Wir hassen uns auf die respektvollste Art und Weise“, hatte US-Stürmerin Laila Edwards die Brisanz vor der Partie zusammengefasst. Auf der Tribüne verfolgte sogar US-Football-Legende Tom Brady das Geschehen, was die Bedeutung dieses Klassikers unterstrich.

Während die USA ihren dritten Olympia-Triumph nach 1998 (Nagano) und 2018 (Pyeongchang) feiern, müssen sich die Kanadierinnen mit Silber begnügen. Die Bronzemedaille sicherte sich die Schweiz. Die Eidgenossinnen besiegten Schweden ebenfalls knapp mit 2:1 nach Verlängerung, wobei Alina Müller den entscheidenden Treffer erzielte.

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