Bayer 04 Leverkusen muss im engen Saisonendspurt einen herben Rückschlag hinnehmen. Wie der Verein bestätigte, fällt Abwehrspieler Loic Badé mit einer Muskelverletzung im rechten Oberschenkel für die kommenden Wochen aus. Der Franzose hatte sich die Blessur bei der 0:1-Niederlage gegen Union Berlin zugezogen.

Enger Terminplan macht Ausfall besonders bitter

Das Timing könnte für die Werkself kaum ungünstiger sein. In vier der letzten fünf Wochen waren die Rheinländer doppelt gefordert, und die Schlagzahl bleibt hoch. Leverkusen steht kurz vor dem Einzug in das Achtelfinale der Champions League und hat das Halbfinal-Ticket im DFB-Pokal bereits gelöst. Hinzu kommt das wichtige Nachholspiel beim Hamburger SV am 4. März. Trainer Kasper Hjulmand ist angesichts dieser Belastung dringend auf einen breiten Kader angewiesen.

„Es gibt keine Möglichkeit, mit elf Spielern elf Spiele in fünf Wochen zu spielen. Wir haben Qualität im Kader und müssen unbedingt rotieren“, betonte Hjulmand nach der Partie an der Alten Försterei. Dass mit Badé nun eine wichtige Option wegbricht, verschärft die Personalsituation in der Defensive erheblich.

Vom Abwehrchef zur Rotationsoption

Loic Badé war über weite Strecken der Hinrunde eine feste Größe und agierte als zentraler Mann in der Dreierkette. Zuletzt hatten sich die Vorzeichen jedoch geändert: Robert Andrich spielte sich im Zentrum fest, während Edmond Tapsoba und Jarell Quansah die Halbpositionen besetzten. Gegen Union Berlin durfte der 23-Jährige nach zwei Partien auf der Bank wieder von Beginn an ran und ersetzte Quansah auf der rechten Seite, ehe sein Arbeitstag nach 68 Minuten verletzungsbedingt endete.

Chance für Youngster Tim Oermann?

Durch den Ausfall des Franzosen muss Hjulmand seine Defensive neu ordnen. Da die Stammformation um Tapsoba, Andrich und Quansah kaum alle anstehenden Partien über die volle Distanz bestreiten kann, rücken nun die Ersatzleute in den Fokus. Hier könnte die Stunde von Tim Oermann schlagen.

Der 22-Jährige, der vorzeitig von seiner Leihe aus Graz zurückkehrte, wartet noch auf sein Debüt im Trikot von Bayer 04. Hjulmand traut dem jungen Verteidiger jedoch alle Positionen in der Dreierkette zu. Eine weitere Alternative wäre Axel Tape, der zuletzt primär in der U19 Spielpraxis sammelte. Fest steht: Die Tiefe des Kaders wird in den kommenden Wochen auf eine harte Probe gestellt.

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