Das Rätselraten hat ein Ende: Harry Kane hat beim Auswärtsspiel gegen Werder Bremen Geschichte geschrieben und mit einem präzisen Distanzschuss die unglaubliche Marke von 500 Karrieretoren durchbrochen. Doch der englische Nationalkapitän in Diensten des FC Bayern München gibt sich damit nicht zufrieden: Mit seiner aktuellen Form nimmt er nun direkt Kurs auf die historische 41-Tore-Bestmarke von Robert Lewandowski.

Meilenstein an der Weser: Ein Schuss für die Ewigkeit

Es lief die 25. Minute im Weserstadion, als der 32-Jährige kurzzeitig keine Anspielstation fand. Weder Serge Gnabry noch die anderen Offensivkollegen standen optimal, also fasste sich der Routinier ein Herz. Mit der Innenseite zirkelte er den Ball überlegt an den Innenpfosten – das 2:0 für den Rekordmeister und gleichzeitig ein monumentaler Augenblick in der Laufbahn des Briten.

„Perfekt platziert“, analysierte der Torjäger seinen Treffer später gewohnt nüchtern. Dabei war dieser Schuss weit mehr als nur das 26. Saisontor in der Bundesliga. Es war der Beweis einer beispiellosen Konstanz, die ihn nun in den Club der 500er befördert hat.

Die Jagd auf Lewandowski: „Alles ist möglich“

Kaum war der Meilenstein erreicht, richteten sich die Blicke bereits auf die nächste statistische Anomalie. Ist der „ewige“ Rekord von Robert Lewandowski (41 Tore in einer Saison) in Gefahr? Kane selbst befeuerte die Spekulationen mit einem vielsagenden Grinsen: „Alles ist möglich. Ich fühle mich gut, bin gut drauf, aber wir werden sehen.“

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache für den Ausnahmestürmer:

  • 41 Pflichtspieltore stehen in der aktuellen Saison bereits auf seinem Konto – mehr als in der gesamten Vorsaison (38).
  • Inklusive Nationalmannschaft kommt er auf 46 Treffer.
  • Seine persönliche Bestmarke von 52 Toren (zweimal in seiner Karriere erreicht) wackelt bedenklich.

Bayern-Trainer Vincent Kompany nahm den Druck jedoch lachend von den Schultern seines Schützlings: „Ich werde es Harry auch sagen: Es ist mir wurscht, ob er den Rekord hat oder nicht.“

Vom Sorgenkind zum Weltstar: Der lange Weg des Harry Kane

Dass der Ex-Tottenham-Star heute als einer der besten Stürmer der Welt gilt, war nicht immer absehbar. Ein Blick zurück zeigt den steinigen Weg: Vor genau 15 Jahren erzielte ein schmächtiger 17-Jähriger als Leihspieler für den Drittligisten Leyton Orient sein erstes Tor im Erwachsenenfußball.

Sein damaliger Teamkollege Scott McGleish erinnerte sich skeptisch: Kane habe damals ausgesehen „wie ein typischer Tottenham-Spieler aus den 1980er Jahren“ – technisch versiert, aber „von der Spielweise her ein wenig langsam“. 499 Tore später dürften sich diese Sorgen in Luft aufgelöst haben. Aus dem Teenager wurde der Torschützenkönig der WM, der Rekordtorschütze der englischen Nationalmannschaft und nun der Hoffnungsträger des FC Bayern auf der Jagd nach Titeln und Rekorden.

„Auf all diese Meilensteine bin ich wirklich stolz“, ließ Kane via Social Media verlauten. Doch typisch für ihn liegt der Fokus bereits wieder in der Zukunft: „Wir freuen uns aufs nächste Spiel.“ Die Bundesliga-Verteidiger dürften diese Freude wohl kaum teilen.

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