Das Warten auf den Befreiungsschlag hat konkrete Namen: Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach stehen vor einem richtungsweisenden Duell. Wenn am kommenden Samstag (14.02.2026, 15:30 Uhr) der Anpfiff ertönt, geht es für beide Traditionsvereine nicht nur um drei Punkte, sondern um die Vermeidung des absoluten Super-GAUs am Saisonende. Während die Hessen nach sieben sieglosen Ligaspielen und dem Aus in der Champions League um den erneuten Einzug nach Europa zittern, spüren die Gäste vom Niederrhein den heißen Atem der Abstiegszone im Nacken.

Rückblick auf das Wahnsinns-Hinspiel: Als Polanski im „falschen Film“ war

Die Erinnerungen an das letzte Aufeinandertreffen sorgen noch immer für Kopfschütteln. Das Hinspiel am 27. September 2025 ging als eines der chaotischsten Spiele der jüngeren Bundesliga-Geschichte in die Annalen ein. Eugen Polanski, Trainer der Gladbacher, gestand später, er habe sich zwischenzeitlich „im falschen Film“ gewähnt. Seine Mannschaft lag nach 47 Minuten scheinbar hoffnungslos mit 0:6 zurück – ein Debakel historischen Ausmaßes bahnte sich an.

Doch was folgte, war ebenso kurios wie bezeichnend für die Instabilität beider Teams: Frankfurt, damals noch unter Dino Toppmöller, schonte ab der 57. Minute Leistungsträger wie Can Uzun und Ritsu Doan. Die Ordnung zerfiel komplett, und die Fohlenelf kämpfte sich noch auf ein wildes 4:6 heran. Dieses Spiel dient als Blaupause für die aktuelle Verunsicherung: Frankfurt verspielt Führungen, Gladbach verschläft Startphasen.

Frankfurts Defensiv-Dilemma: Rieras schwere Erbe

Für die SGE ist die Situation alarmierend. Die Defensive gleicht einem Schweizer Käse: 46 Gegentore in der Liga und 21 Treffer in acht Champions-League-Partien waren zu viel für die Geduld der Verantwortlichen, was zur Entlassung von Toppmöller im Januar führte. Der neue starke Mann an der Seitenlinie, Albert Riera, steht nun vor seinem ersten Heimspiel im Deutsche Bank Park.

Rieras Hauptaufgabe ist klar definiert: Er muss die Schießbude der Liga schließen. Der Einstand beim 1:1 gegen Union Berlin machte Hoffnung, da die Hessen das Zentrum verdichteten und nur einen Elfmeter-Gegentreffer zuließen. Doch die offensive Leichtigkeit ist verflogen. Als Tabellenachter droht der Eintracht eine Saison im Niemandsland – ein Szenario, das nach den glorreichen Europapokal-Nächten der letzten Jahre in Frankfurt niemand erleben möchte.

Gladbachs Abstiegsangst: Der Puffer schmilzt

Auf der Gegenseite ist die Lage nicht weniger dramatisch, wenn auch tabellarisch in anderen Regionen angesiedelt. Zwar haben die Borussen zwölf Gegentore weniger kassiert als ihr kommender Gegner, doch die Punktausbeute ist mager. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz 16 ist auf bedrohliche drei Zähler zusammengeschmolzen.

Für Eugen Polanski und seine Mannschaft zählt im Kampf um den Klassenerhalt jeder Zähler. Nach der moralischen Aufholjagd im Hinspiel wissen die Gladbacher zumindest, dass sie gegen diese Frankfurter Defensive Tore erzielen können. Doch ohne die nötige Stabilität über 90 Minuten droht auch der Borussia am Ende der Saison das böse Erwachen in Form des Abstiegs.

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