Das Geheimnis um die wirtschaftliche Stabilität ist gelüftet: Für Borussia Dortmund sind die Einnahmen aus der Champions League von bis zu 100 Millionen Euro schlichtweg überlebenswichtig. BVB-CEO Carsten Cramer gewährte kurz vor den entscheidenden Playoffs gegen Atalanta Bergamo tiefe Einblicke in die Bücher der Westfalen und machte deutlich, warum die Königsklasse weit mehr als nur sportliches Prestige bedeutet.

Königsklasse als wirtschaftliches Fundament

Der Nachfolger von Hans-Joachim Watzke nutzte die Bühne des Sportbusiness-Events "Spobis" in Hamburg, um die finanzielle Realität des einzigen börsennotierten Bundesligisten darzulegen. Cramer bezeichnete den Verein als "zweiten deutschen Leuchtturm" neben dem FC Bayern München. Dabei hob der 57-Jährige hervor, dass es den Schwarz-Gelben im Gegensatz zu anderen Herausforderern gelungen sei, sich langfristig an der Spitze zu etablieren.

Doch dieser Erfolg hat seinen Preis beziehungsweise seine Notwendigkeit: "Es ist unstrittig, dass das Erreichen der Champions League für uns mit Einnahmen von bis zu 100 Millionen Euro wichtig ist", so der Geschäftsführer. Ohne diese massiven Geldströme sei der angestrebte Umsatz von 500 Millionen Euro kaum zu realisieren. Die Gelder fungieren dabei als Ausgleich für den sogenannten Standortnachteil Dortmunds und fließen direkt zurück in den Sport und die Infrastruktur.

Rückendeckung für Trainer Niko Kovac

Sportlich steht der Revierklub vor einer richtungsweisenden Woche. Vor dem Duell mit den Italienern aus Bergamo stärkte die Geschäftsführung dem Trainerstab demonstrativ den Rücken. Trotz eines ärgerlichen 2:2-Unentschiedens gegen den Außenseiter Bodø/Glimt in der Ligaphase, sieht Cramer das Team auf Kurs.

"Wir haben ein sehr gutes Trainerteam mit viel Kompetenz", lobte der CEO ausdrücklich die Arbeit von Cheftrainer Niko Kovac. Die aktuelle Tabellensituation und die Punktausbeute in der Bundesliga könnten sich sehen lassen. Damit wischte der Marketing-Experte auch provokante Fragen nach dem Abstand zur Meisterschaft beiseite und fokussierte sich auf das Wesentliche: Die Sicherung des internationalen Geschäfts.

Dauerbrenner auf europäischer Bühne

Die Abhängigkeit von der Königsklasse ist historisch gewachsen und zugleich ein Beleg für die Konstanz der Dortmunder. Seit der Saison 2015/16 landete der BVB fast immer unter den Top vier der Liga. Selbst beim "Ausrutscher" in der Saison 2023/24 profitierte der Verein von der neuen Fünf-Jahres-Wertung und dem zusätzlichen Startplatz.

Für das kommende Playoff-Rückspiel gegen Atalanta Bergamo (Dienstag, 21 Uhr) ist die Marschroute somit klar: Es geht nicht nur um den Einzug in die nächste Runde, sondern um die Sicherung des finanziellen Lebenselixiers, das den BVB auch in Zukunft als Leuchtturm des deutschen Fußballs strahlen lässt.

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