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Nach dem frühen Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026 steht der Deutsche Fußball-Bund massiv in der Kritik. Obwohl Jürgen Klopp als Nachfolger für den zurückgetretenen Julian Nagelsmann in den Startlöchern steht, werfen die Experten Felix Magath und Stefan Effenberg der Verbandsspitze um Präsident Bernd Neuendorf Konzeptlosigkeit und Flucht aus der Verantwortung vor.

Harte Abrechnung mit der Ära Julian Nagelsmann

Die Entscheidung, Julian Nagelsmann im September 2023 zum Bundestrainer zu machen, erwies sich nach dem jüngsten WM-Debakel als fatal. Felix Magath fand im Sport1-Doppelpass deutliche Worte und bezeichnete die damalige Verpflichtung als krasse Fehlentscheidung. Der 72-jährige Routinier attestierte dem ehemaligen Trainer von RB Leipzig und Bayern München, an der Seitenlinie der DFB-Auswahl völlig überfordert gewesen zu sein.

Die Heim-EM 2024 war ein Trugschluss, argumentiert Magath weiter. Das Turnier sei in der Öffentlichkeit schöngeredet worden. Nicht Nagelsmanns fachliche Fähigkeiten hätten die Mannschaft damals getragen, sondern einzig die individuelle Klasse des mittlerweile zurückgetretenen Toni Kroos. Für diese dreijährige Stagnation müsse nun jemand zur Rechenschaft gezogen werden.

Flucht aus der Verantwortung: DFB-Spitze im Visier

Damit rückt unweigerlich die sportliche Führung des DFB ins Rampenlicht. Auch der ehemalige Nationalspieler Stefan Effenberg sieht den Verband in der Pflicht und attackiert insbesondere Präsident Bernd Neuendorf. Die Verbandsspitze ducke sich weg und nutze die immense Strahlkraft der Personalie Jürgen Klopp als perfekten Schutzschild.

Dass nun ganz Fußball-Deutschland über den designierten neuen Bundestrainer spreche, sei vom DFB clever inszeniert, löse aber das grundlegende Problem nicht. Effenberg fordert daher klare Konsequenzen für Neuendorf, spätestens bei den anstehenden Wahlen im Verband.

Jürgen Klopp als rein politische Entscheidung

Selbst die bevorstehende Ernennung von Jürgen Klopp sehen die beiden Experten nicht durchweg positiv. Zwar zweifelt niemand an den Qualitäten des 59-jährigen Erfolgscoaches, doch Magath bewertet den Schachzug als rein politische Entscheidung. Der Verband habe sich durch die absolute Fokussierung auf die BVB-Ikone in eine alternativlose Situation manövriert.

Dies berge ein erhebliches Risiko für das Machtgefüge innerhalb des DFB. Da alle Welt Klopp fordere und feiere, habe dieser nun alle Trümpfe in der Hand. Der neue starke Mann an der Seitenlinie könne künftig die Regeln selbst diktieren und machen, was er wolle.

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