Stefan Effenberg erklärt Musialas Bayern-Problem im DFB-Team
Stefan Effenberg sieht den Grund für Jamal Musialas durchwachsene WM-Leistungen in der fehlenden Qualität seiner DFB-Mitspieler.
Nach dem katastrophalen Ausscheiden gegen Paraguay bei der Weltmeisterschaft steht die deutsche Nationalmannschaft vor einem massiven personellen Neuanfang. Wenn Anfang September der Kader für die kommenden Aufgaben in der Nations League nominiert wird, dürfte das Aufgebot kaum noch an das jüngste Turnier erinnern. Während erste Legenden bereits ihre Schuhe an den Nagel gehängt haben, rücken vielversprechende Talente in den Fokus des DFB.
Das bittere WM-Aus markierte gleichzeitig den Schlusspunkt einer der größten Karrieren im deutschen Fußball: Manuel Neuer hat mit 40 Jahren seinen endgültigen Rücktritt aus der Nationalelf bekannt gegeben. Der langjährige Rückhalt ist jedoch nicht der Einzige, dessen Zeit im Adler-Trikot abgelaufen zu sein scheint. Auch bei etablierten Kräften wie Oliver Baumann, Pascal Groß, Antonio Rüdiger und Leon Goretzka deutet angesichts des fortgeschrittenen Alters alles auf ein Ende der Länderspielkarriere hin.
Ein radikaler Schnitt könnte auch vor den großen Namen der jüngeren Vergangenheit nicht haltmachen. Joshua Kimmich besitzt zwar weiterhin das Potenzial für die internationale Spitzenklasse, steht aber nach mehreren enttäuschenden Turnieren sinnbildlich als „Kapitän der Generation gar Nix“ in der Kritik. Ein Neuaufbau mit Blick auf die EM 2028 und die WM 2030 könnte demnach ohne den 31-jährigen Spielführer stattfinden.
Ebenfalls fraglich ist die Zukunft seiner Offensiv-Kollegen. Serge Gnabry verpasste die Weltmeisterschaft nach einem Adduktorenabriss komplett und kämpft immer wieder mit seiner enormen Verletzungsanfälligkeit. Leroy Sané hingegen enttäuschte beim Turnier in Nordamerika auf ganzer Linie und konnte das Vertrauen nicht rechtfertigen. Der pfeilschnelle Flügelspieler, der mittlerweile in der türkischen Liga aktiv ist, muss künftig in der Champions League absolute Topleistungen abrufen, um wieder eine Option für Deutschland zu werden.
Durch den Abgang von Neuer entbrennt ein hochspannender Kampf um den Platz zwischen den Pfosten. Jonas Urbig (22) durfte als Trainingstorwart bereits WM-Luft schnuppern und hat beim FC Bayern München bewiesen, dass er das Zeug zum Neuer-Erben hat. Harte Konkurrenz droht aus dem Breisgau: Beim SC Freiburg hat Mio Backhaus (22) offenbar den bisherigen Stammkeeper Noah Atubolu (24) verdrängt – beide Schlussmänner sind heiße Aktien für den künftigen DFB-Kader. Alexander Nübel (29) muss derweil erst einmal seine offene Vereinssituation klären.
Wer den großen Umbruch letztlich moderieren wird, ist derzeit noch völlig offen. Ob Julian Nagelsmann das Zepter behält, Jürgen Klopp übernimmt oder ein mysteriöser „Mister X“ präsentiert wird, wird maßgeblich bestimmen, welche taktische Route der DFB einschlägt. Klar ist: Mit hochveranlagten Nachwuchsspielern wie Ilyas El Mala, Tom Bischof und Nicolo Tresoldi stehen die nächsten „Players to watch“ bereits in den Startlöchern, um dem deutschen Team wieder ein neues, frisches Gesicht zu verleihen.
Stefan Effenberg sieht den Grund für Jamal Musialas durchwachsene WM-Leistungen in der fehlenden Qualität seiner DFB-Mitspieler.
Während Julian Nagelsmann beim DFB vor dem Aus steht, enthüllt Ex-Präsident Grindel einen frühen Geheimplan mit Jürgen Klopp.
Oliver Glasner steht unmittelbar vor einem Engagement bei Nottingham Forest und soll Vítor Pereira als Trainer ablösen.