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Der deutschen Nationalspielerin Laura Freigang droht eine drastische Strafe. Die Stürmerin von Eintracht Frankfurt soll innerhalb eines Jahres drei Dopingkontrollen verpasst haben. Nun ermitteln die Nationale Anti-Doping Agentur (NADA) und der Deutsche Fußball-Bund (DFB). Bei einer Verurteilung droht der Angreiferin eine Sperre von mehr als zwölf Monaten.

Drei Strikes: Wie es zum Ermittlungsverfahren kam

Gegen die Frankfurter Ausnahmespielerin wird aktuell nicht wegen eines aktiven Doping-Vergehens ermittelt, sondern aufgrund eines Verstoßes gegen die strengen Meldepflichten. Freigang gehört als Nationalspielerin zum sogenannten Registered Test-Pool. Athleten in dieser Kategorie müssen der NADA vierteljährlich ihre genauen Aufenthaltsorte über die ADAMS-App mitteilen. Zusätzlich wird ein tägliches, einstündiges Zeitfenster zwischen 6 und 23 Uhr festgelegt, in dem die Sportler für unangekündigte Kontrollen zwingend antreffbar sein müssen.

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Die Eintracht-Angreiferin wurde von den Kontrolleuren laut übereinstimmenden Berichten in drei Fällen nicht am angegebenen Ort angetroffen. In der Fachsprache der Anti-Doping-Kämpfer spricht man hierbei von drei Strikes. Ein solches Fehlverhalten verstößt gegen Artikel 2.4 der Anti-Doping-Richtlinien und zieht automatisch ein offizielles Verfahren nach sich. Der DFB hat bereits bestätigt, den Vorgang aktuell zu prüfen, bevor die finale Entscheidungsgewalt an die NADA übergeht.

Strenge Meldepflichten im Spitzensport

Dass eine Athletin gleich drei Kontrollen in einem Jahr verpasst, ist statistisch gesehen eine absolute Ausnahme. Im abgelaufenen Kalenderjahr führte die NADA im deutschen Fußball 907 Trainingskontrollen durch. Dabei kam es insgesamt nur zu zehn Versäumnissen. Bei zwei verpassten Tests wird in der Regel bereits eine deutliche Warnung an die Spieler oder das entsprechende Management ausgesprochen. Beobachter sprechen im Fall der 26-Jährigen von sehr eindeutigen Fällen – die Kontrolleure sollen die Spielerin demnach nicht nur um wenige Minuten verpasst haben.

Das engmaschige Meldesystem wird von vielen Profis als extrem lästig empfunden, ist aber ein essenzieller Pfeiler für einen sauberen Sport. Auch DFB-Kapitän Joshua Kimmich äußerte sich kürzlich in einer Dokumentation kritisch über unpassende Kontrollzeitpunkte im Privatleben. Freigang selbst hatte das Vorgehen der NADA in der Vergangenheit bereits öffentlich als skurril bezeichnet. Dennoch liegt die Verantwortung für die tagesaktuelle Pflege der Daten in der App allein bei den Sportlern.

Drohendes Szenario für Frankfurt und den DFB

Sollte das Verfahren zu einer Verurteilung führen, hätte dies weitreichende sportliche Konsequenzen. Präzedenzfälle aus der Vergangenheit zeigen, dass bei drei Strikes regelmäßig Sperren von einem bis zu zwei Jahren ausgesprochen werden. Ein solches Urteil wäre ein herber Rückschlag für Eintracht Frankfurt im Kampf um die internationalen Plätze und würde auch der deutschen Nationalmannschaft eine ihrer verlässlichsten Offensivkräfte rauben.

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