Der FC Bayern München wird im kommenden Transfer-Sommer keine finanziellen Wagnisse eingehen. Wie der Aufsichtsrat beschlossen hat, darf der Rekordmeister keine Schulden für neue Spieler aufnehmen. Ehrenpräsident Uli Hoeneß bestätigte den strikten Sparkurs und verweist auf das schwindende Festgeldkonto.

Die Zeiten der unbegrenzten Shopping-Touren an der Säbener Straße sind vorerst vorbei. Nach Informationen der Sport Bild hat der Aufsichtsrat des FC Bayern München ein Machtwort gesprochen: Für den kommenden Sommer gilt ein faktischer Einkaufs-Stopp für teure Stars, sofern diese durch Kredite finanziert werden müssten. Die klare Vorgabe der Führungsetage lautet, dass die wirtschaftliche Vernunft über dem sportlichen Investitionsdrang steht.

Hoeneß macht klare Ansage: Keine Kredite für Spieler

Hintergrund der Entscheidung ist die finanzielle Situation des Branchenprimus. Das berühmte Festgeldkonto ist laut Berichten nicht mehr so üppig gefüllt wie in vergangenen Jahren. Um weitere Millionen-Transfers zu stemmen, wäre Fremdkapital notwendig – ein Szenario, das die Verantwortlichen kategorisch ausschließen.

Ehrenpräsident Uli Hoeneß untermauerte diese Haltung deutlich. „Wir werden auch im Sommer auf dem Transfermarkt nicht die großen Töne spucken. Das Credo ist: Transfers dürfen nicht dazu führen, dass wir uns verschulden. Da gibt es für mich kein Pardon“, erklärte der 72-Jährige gegenüber der Bild.

Bereits in der jüngsten Transferperiode hatten die Münchner die Handbremse angezogen, als sie bemerkten, dass die Reserven schmolzen. Hoeneß betonte, dass man ohne diesen Stopp heute kein Festgeldkonto mehr hätte und Kredite hätte aufnehmen müssen. „Genau das war für uns der entscheidende Impuls, Nein zu sagen“, so der langjährige Patron des Klubs.

Blick auf den Kader: Verlängerungen statt Neuzugänge

Der Sparkurs spiegelt sich auch in der Bilanz der jüngsten Aktivitäten wider. Mit Luis Díaz, der für 70 Millionen Euro vom FC Liverpool kam, leistete sich der FC Bayern nur einen echten Blockbuster-Transfer. Ergänzend wurde Nicolas Jackson für eine Leihgebühr von 16,5 Millionen Euro verpflichtet. Die Transfers von Jonathan Tah und Tom Bischof erfolgten primär ablösefrei, wobei lediglich geringe Summen flossen, um die Spielberechtigung für die Klub-WM zu sichern.

Statt externer Verstärkungen setzt der Verein nun voll auf Kontinuität. Das Ziel ist es, den aktuellen Kader zusammenzuhalten. Die Arbeitspapiere von Leistungsträgern wie Joshua Kimmich, Jamal Musiala, Alphonso Davies, Serge Gnabry und Dayot Upamecano wurden bereits verlängert. Auch bei Top-Torjäger Harry Kane und Michael Olise sollen Vertragsausdehnungen folgen.

Auf der Abgangsseite ist es indes ruhig. Lediglich Innenverteidiger Minjae Kim gilt als Kandidat, der bei einem passenden Angebot und einer ordentlichen Ablösesumme den Verein verlassen könnte, um wieder finanziellen Spielraum zu schaffen.

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