Die Niedersachsen sind nicht zu stoppen: Hannover 96 klettert nach einem dramatischen 3:2-Auswärtssieg bei Hertha BSC direkt auf den zweiten Tabellenplatz. Die Mannschaft von Trainer Christian Titz nutzte die Gunst der Stunde, während die Berliner den Kontakt zu den Spitzenrängen vorerst verlieren.

Kalte Dusche für die Alte Dame

Dabei begann der Abend im Berliner Olympiastadion eigentlich vielversprechend für die Gastgeber. Ohne Chefcoach Stefan Leitl, der eine Gelbsperre auf der Tribüne absitzen musste, startete die Hertha mit viel Schwung. Josip Brekalo hatte bereits nach drei Minuten die Führung auf dem Fuß, vergab jedoch freistehend vor 96-Keeper Nahuel Noll. Doch wer seine Chancen nicht nutzt, wird im Fußball bestraft: Mitten in die Berliner Drangphase hinein schlug Hannover eiskalt zu. Nach einem Freistoß verlor die Defensive der Hauptstädter die Orientierung, sodass Boris Tomiak am langen Pfosten völlig blank stand und zum 0:1 einschob (8.).

Källman eiskalt: Hannover dominiert mit taktischer Reife

Der frühe Rückstand zeigte Wirkung. Während Hertha noch mit dem Schock und dem verpassten Pokal-Traum unter der Woche haderte, spielten die Gäste wie ein echter Aufstiegskandidat. Das Team von Christian Titz überzeugte durch Ballsicherheit und pfeilschnelles Umschaltspiel. In der 29. Minute demonstrierten die Niedersachsen ihre Klasse: Eine sehenswerte Kombination über Noel Aseko und Daisuke Yokota hebelte die Berliner Abwehr komplett aus. Im Zentrum lauerte Benjamin Källman, der sich geschickt absetzte und sein 13. Saisontor zum 0:2 markierte. Die Dominanz war erdrückend – 96 gewann im ersten Durchgang 60 Prozent der Zweikämpfe und wirkte schlichtweg wacher.

Reese-Hoffnungsschimmer reicht nicht zum Punktgewinn

Nach dem Seitenwechsel bäumte sich die Hertha noch einmal auf. Angeführt von Kapitän Fabian Reese, der per Handelfmeter den Anschluss herstellte (53.), keimte kurzzeitig Hoffnung auf. Doch Hannover ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Der eingewechselte Noah Weißhaupt stellte in der 71. Minute den alten Abstand wieder her und sorgte für die Vorentscheidung. Der späte Anschlusstreffer von Julian Eitschberger in der Nachspielzeit war nur noch Ergebniskosmetik. Mit nun 41 Punkten grüßt Hannover 96 von Rang zwei, während Hertha BSC (34 Punkte) auf Platz sechs kleben bleibt und den Anschluss an die Aufstiegsränge zu verlieren droht.

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