Jürgen Klopp startet als Bundestrainer – Philipp Lahm fordert klare Linie
Jürgen Klopp ist offiziell neuer Bundestrainer. Vor dem Nations-League-Debüt fordert Philipp Lahm eine klare DFB-Identität.
Jürgen Klopp hat direkt zu seinem offiziellen Dienstantritt als neuer Bundestrainer erste Aussagen seiner Präsentation relativiert. Im Rahmen eines Interviews auf den verbandseigenen Kanälen räumte der Nachfolger von Julian Nagelsmann ein, dass seine deutliche Medienschelte im Juli ein Fehler gewesen sei. Der Fokus hätte nicht auf seinen Drohungen, sondern auf dem Sportlichen liegen sollen.
Bei seiner feierlichen Vorstellung am 24. Juli hatte der 59-Jährige unmissverständlich klargemacht, dass er den prestigeträchtigen Posten sofort und ohne Abfindung räumen würde, sollte die Privatsphäre seiner Familie verletzt werden. Diese massive Drohung sorgte für großes Aufsehen. Nun erklärte der ehemalige BVB-Trainer die emotionalen Beweggründe für diesen Vorstoß: Nach seinem Rücktritt beim FC Liverpool im Frühjahr 2024 habe er massiv unter der englischen Boulevardpresse gelitten. Die Medien hätten sich wie Fliegen auf Honig auf ihn und sein Umfeld gestürzt. Um sich dagegen zur Wehr zu setzen, habe er direkt zu Beginn seiner DFB-Amtszeit eine rote Linie ziehen wollen. Rückblickend ärgert sich Klopp jedoch darüber, dass er den Journalisten damit genau die reißerische Schlagzeile geliefert hat, die er eigentlich vermeiden wollte.
Auch eine weitere prägnante Aussage seiner Antritts-Pressekonferenz bedurfte einer dringenden Einordnung. Der neue starke Mann an der Seitenlinie hatte betont, dass er sofort gehen würde, wenn die Öffentlichkeit ihn nicht mehr wolle oder seine Arbeit als unzureichend bewerte. Der Ex-Liverpool-Coach stellte nun klar, dass dies keineswegs bedeute, er sei dünnhäutig gegenüber sachlicher sportlicher Kritik. Vielmehr gehe es ihm um den generellen Rückhalt im Land. Er trete die Aufgabe mit großer Lust an und sei überzeugt, der Richtige für den Job zu sein. Sollte jedoch die breite Masse der Fans den Glauben an ihn verlieren, würde er nicht an seinem Stuhl kleben.
Trotz seiner enormen Strahlkraft plant der neue Bundestrainer keinen kompletten Kahlschlag hinter den Kulissen der Nationalmannschaft. Klopp betonte, er gehe die Aufgabe mit einer großen Portion Demut an. Die Mitarbeiter beim Verband seien aufgrund ihrer Qualität dort angestellt. Es sei ein völliger Irrglaube, dass ein neuer Trainer anrücken und erst einmal überall feucht durchwischen müsse.
Die größte Umstellung erwartet der Startrainer stattdessen bei sich selbst. Ohne die tägliche Trainingsarbeit auf dem Platz fehle ihm schlichtweg die Zeit für bewährte Muster. Während er im Vereinsfußball meist vier bis sechs Wochen benötigte, um sich ein exaktes Bild von seiner Mannschaft zu machen, muss dieser Prozess im schnelllebigen Rhythmus der Länderspiele nun deutlich rasanter ablaufen.
Jürgen Klopp ist offiziell neuer Bundestrainer. Vor dem Nations-League-Debüt fordert Philipp Lahm eine klare DFB-Identität.
Max Eberl rechnet fest damit, dass Bundestrainer Jürgen Klopp bald bei den Top-Spielen des FC Bayern aufschlägt.
Vincent Kompany stärkt dem Torwart-Duo Manuel Neuer und Jonas Urbig beim FC Bayern trotz externer Kritik den Rücken.