Bayer Leverkusen steht im Hinspiel der Champions-League-Play-offs vor einer schweren Auswärtsaufgabe bei Olympiakos Piräus. Nur vier Wochen nach der 0:2-Niederlage kehrt die Werkself am Mittwochabend an die Stätte des Geschehens zurück. Führungsspieler Robert Andrich sieht in der Erfahrung mit der hitzigen Atmosphäre jedoch keinen Nachteil, sondern eine Chance zur Wiedergutmachung.

Rückkehr in das Georgios Karaiskakis Stadion

Das Déjà-vu könnte für den Deutschen Meister kaum präsenter sein. Erst vor knapp einem Monat gastierte Bayer Leverkusen am 7. Spieltag der Ligaphase in der griechischen Hafenstadt und musste sich in einem intensiven Spiel mit 0:2 geschlagen geben. 33.449 Zuschauer verwandelten das Stadion damals in einen echten Hexenkessel, der die Heimmannschaft beflügelte und die Gäste früh unter Druck setzte.

Für Robert Andrich ist diese zeitnahe Rückkehr jedoch kein Grund zur Sorge. Im Gegenteil: „Es kann nur ein Vorteil sein, dass man die Atmosphäre schon mal erlebt hat“, erklärte der Mittelfeldmotor der Werkself im Vorfeld der Partie. Die Mannschaft wisse nun genau, was sie akustisch und emotional erwartet.

Lehren aus dem 0:2: Den Tunnelblick bewahren

Im letzten Aufeinandertreffen ließ sich Leverkusen von der frühen griechischen Führung und der Ekstase auf den Rängen den Schneid abkaufen. Andrich beschrieb die Wucht der Fans eindrücklich: „Ich habe es das erste Mal gemerkt, als ich zum Aufwärmen raus bin und das Gefühl hatte, ich gehe auf deren Kurve zu.“ Selbst im professionellen „Tunnel“ dringen die Emotionen durch, sobald das Stadion nach Torchancen oder Treffern hochkocht.

Die Marschroute für das Play-off-Hinspiel ist daher klar definiert. Leverkusen muss den Fehlstart des letzten Duells vermeiden. „Wir wollen ganz anders in das Spiel starten, als wir es beim letzten Mal gemacht haben. Denn das trägt natürlich auch zur Atmosphäre bei“, so der Nationalspieler. Ein stabiler Beginn soll die Euphorie der Heimfans frühzeitig dämpfen.

Effizienz gefragt: Warnung vor Torwart Tzolakis

Neben der mentalen Stabilität wird vor allem die Chancenauswertung entscheidend sein. Trotz eines xGoals-Wertes von 2,58 blieb die Offensive der Rheinländer im letzten Spiel torlos. Ein Hauptgrund dafür war Kostas Tzolakis im Tor von Olympiakos, der eine herausragende Leistung zeigte.

Andrich fand für das bevorstehende Duell deutliche Worte: „Wir wollen ihn nicht berühmt schießen.“ Zwar erkannte er die „Wahnsinnsparaden“ des Schlussmanns an, hofft aber am Mittwoch auf einen normalen Arbeitstag des Keepers: „Ich hoffe, dass er morgen nicht so einen Wahnsinnstag hat und wir ihn dazu zwingen, dass er mal den Ball aus dem Tor holen muss.“

Personeller Schub: Terrier und Hofmann sind zurück

Ein weiterer Faktor, der Hoffnung auf ein besseres Resultat macht, ist die breitere Personaldecke. Mit Jonas Hofmann und Martin Terrier stehen Trainer Xabi Alonso zwei wichtige Akteure zur Verfügung, die in der regulären Ligaphase noch nicht spielberechtigt waren. Besonders für Andrichs engen Freund Hofmann war die Zeit des Zuschauens nicht leicht.

„Natürlich gibt es Situationen, wo es dich trifft und es schwierig ist, positiv zu sein“, lobte Andrich die Professionalität der beiden Rückkehrer, die oft Sonderschichten mit dem Athletiktrainer schieben mussten, während die Kollegen in der Königsklasse aufliefen. Nun brennen beide darauf, ihren Teil zum Weiterkommen beizutragen.

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