Die Entscheidung ist gefallen und das Rätsel um die Tabellensituation vorerst gelöst: Bayer Leverkusen springt durch einen dominanten 4:0-Kantersieg gegen den FC St. Pauli zumindest vorübergehend auf den vierten Tabellenrang und damit auf einen Champions-League-Platz. Das Team von Trainer Kasper Hjulmand ließ den Gästen aus Hamburg keine Chance und meldete sich eindrucksvoll im Kampf um die Königsklasse zurück.

Blitzstart schockt die Kiezkicker

Nur elf Tage nach dem klaren 3:0-Erfolg im DFB-Pokal kam es zur schnellen Wiederauflage des Duells – und erneut gab es für die Hamburger nichts zu holen. Bayer-Coach Hjulmand hatte seine Startelf im Vergleich zum enttäuschenden 1:1 gegen Mönchengladbach auf gleich fünf Positionen verändert. Seine bescheidene Prognose, dass kein „Champagnerfußball“ zu erwarten sei, widerlegte seine Mannschaft binnen weniger Minuten.

Bereits in der 13. Minute nahm das Unheil für die Gäste seinen Lauf. Ein wuchtiger Kopfball von Neuzugang Jarell Quansah klatschte an die Unterlatte und prallte von dort unglücklich an das Bein von St.-Pauli-Keeper Nikola Vasilj, der den Ball zum 1:0 ins eigene Netz lenkte. Die Kiezkicker hatten sich von diesem Nackenschlag noch gar nicht erholt, da klingelte es erneut: Nur 60 Sekunden später schraubte der tschechische Torjäger Patrik Schick das Ergebnis per Kopf auf 2:0. Die Partie war damit faktisch vorentschieden.

St. Pauli ohne Chance: Tapsoba und Poku legen nach

Vom vermeintlichen Rückenwind durch den jüngsten 2:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart war bei den Norddeutschen nichts zu spüren. Während die Hausherren den Ball seelenruhig durch die eigenen Reihen zirkulieren ließen, wirkte der Abstiegskandidat phasenweise überfordert. Ein einziger geblockter Schuss von Danel Sinani in der ersten Hälfte blieb die magere Ausbeute der Hamburger Offensivbemühungen.

Nach dem Seitenwechsel machte die Werkself dort weiter, wo sie aufgehört hatte. Abwehrchef Edmond Tapsoba bewies seine Lufthoheit und setzte sich in der 52. Minute nach einer Ecke gegen zwei Gegenspieler durch – das 3:0. Den Schlusspunkt in einer einseitigen Begegnung setzte der eingewechselte Ernest Poku (78.), der mit einem platzierten Linksschuss zum 4:0-Endstand traf.

Der Blick geht nach vorne: Abstiegskampf und Europapokal

Für St. Pauli wird die Luft im Tabellenkeller immer dünner. Nach dieser schwachen Vorstellung verbleibt der Kiezklub auf dem vorletzten Platz. Einziger Hoffnungsschimmer für die Fans: Die kommenden Heimspiele gegen Werder Bremen, Mainz 05 und den VfL Wolfsburg sind direkte Duelle gegen Konkurrenten im Abstiegskampf. In der aktuellen Verfassung dürfte der Klassenerhalt jedoch zur Herkulesaufgabe werden.

Ganz anders die Stimmungslage im Rheinland: Leverkusen konnte es sich leisten, in der letzten halben Stunde Kräfte zu sparen und Leistungsträger wie Schick frühzeitig vom Feld zu nehmen. Der Fokus richtet sich nun voll auf die anstehenden englischen Wochen und die Champions-League-Playoffs gegen Olympiakos Piräus. Die Konkurrenz aus Leipzig und Stuttgart steht nun unter Zugzwang, um den begehrten vierten Platz zurückzuerobern.

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