Vor dem erneuten Aufeinandertreffen in der K.-o.-Phase der Champions League zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid hat José Mourinho deutliche Worte gefunden. Der Trainer der Portugiesen mahnt sein Team trotz des Erfolgs in der Ligaphase zur Vorsicht und zollt dem spanischen Rekordsieger höchsten Respekt. Für den 63-Jährigen ist das Duell mit seinem Ex-Klub mehr als nur ein gewöhnliches Spiel.

Respekt vor den Königlichen trotz jüngstem Sieg

Die Ausgangslage könnte kaum brisanter sein. Nachdem Benfica Lissabon die Madrilenen in der Ligaphase sensationell mit 4:2 bezwungen hatte, kommt es nun zum schnellen Wiedersehen. Doch José Mourinho lässt sich von der Vergangenheit nicht blenden. "Wir haben den König bekommen", erklärte der Star-Trainer mit bedächtigen Worten. Gerade weil sein Team den Titelverteidiger zuletzt zu Fall brachte, sieht er nun eine erhöhte Bedrohungslage: "Sie sind verwundet. Und ein verwundeter König ist gefährlich."

Für den erfahrenen Taktiker bleibt Real Madrid ungeachtet der jüngsten Ergebnisse der "Kandidat Nummer eins, die Champions League zu gewinnen". Seine Marschroute für das Heimspiel ist dennoch ambitioniert. Der Tabellendritte der portugiesischen Liga wolle sich nicht verstecken, sondern auf Augenhöhe agieren. "Wir spielen so, wie ich es will – und nicht so, wie Real es will", gab sich der Portugiese kämpferisch.

Historische Bestmarke und Erinnerungen an das 4:2

Das spektakuläre 4:2 aus der Ligaphase ist noch in bester Erinnerung, insbesondere der dramatische Kopfballtreffer von Torhüter Anatolij Trubin in der Nachspielzeit. Mourinho scherzte mit Blick auf die Aufstellung, dass Trubin diesmal "nicht im Angriff stehen&quot werde. Dennoch zeigten die Adler in der laufenden Saison, dass sie auch spielerisch mithalten können. In der heimischen Liga ist Benfica weiterhin ungeschlagen, was das Selbstvertrauen vor dem Königsklassen-Hit stärkt.

Ganz nebenbei schreibt José Mourinho am Dienstag Geschichte. Er avanciert zum ersten Trainer in der Historie des Wettbewerbs, der sieben verschiedene Vereine in einer K.-o.-Runde betreut hat. Nach Stationen beim FC Porto, FC Chelsea, Inter Mailand, Manchester United, Tottenham Hotspur und eben Real Madrid führt er nun Benfica in die entscheidende Phase.

Das Dilemma mit Alvaro Arbeloa

Eine besondere Note erhält die Partie durch die Personalie auf der gegnerischen Trainerbank. Mit Alvaro Arbeloa trifft Mourinho auf einen seiner ehemaligen Spieler aus der gemeinsamen Zeit in Madrid (2010 bis 2013). "Alvaro Arbeloa ist ein echter Madridista", lobte Mourinho seinen Ex-Schützling wertschätzend.

Daraus resultiert für den Benfica-Coach ein emotionaler Zwiespalt: "Ich möchte Real Madrid aus der UCL eliminieren, aber ich möchte wirklich, dass Madrid die La Liga gewinnt, und ich möchte, dass Arbeloa noch viele Jahre ihr Trainer bleibt." Mourinho ist sich bewusst, dass ein Ausscheiden Reals die Position Arbeloas schwächen könnte. Gerüchte über eine mögliche Rückkehr Mourinhos zu den Königlichen halten sich indes hartnäckig, zumal eine Vertragsklausel einen ablösefreien Abgang im Sommer ermöglichen würde. Öffentlich betont der Portugiese jedoch seine Zufriedenheit in Lissabon.

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