Der norwegische Fußballverband (NFF) hat im anhaltenden Machtkampf offiziell zwei Ethikbeschwerden gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino eingereicht. NFF-Präsidentin Lise Klaveness bestätigte diesen Schritt am Dienstag. Im Kern geht es um drei konkrete Sachverhalte, die nun von den internen Kontrollgremien des Weltverbands untersucht werden sollen.

Fokus auf Trump-Preis, Balogun und geplatzten Investorendeal

Die eingereichten Unterlagen liegen der Ethikkommission sowie dem Governance-, Prüfungs- und Compliance-Komitee der FIFA vor. Nach Angaben der „Sportschau“ fordert der NFF eine lückenlose Aufklärung zu den Hintergründen der Vergabe eines Friedenspreises an den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Die Rolle Infantinos bei einem gescheiterten Investorendeal sowie Vorgänge rund um den „Fall Balogun“ bei der Weltmeisterschaft stehen in den Anträgen gleichermaßen im Mittelpunkt.

Lise Klaveness formulierte die Absicht des Verbands klar. „Der Zweck dieser Untersuchungen ist einfach: die Fakten in den Fällen aufzudecken und die Rechenschaftspflicht innerhalb der FIFA-Regularien sicherzustellen“, erklärte die NFF-Präsidentin. Jeder genannte Fall müsse individuell und transparent beurteilt werden. Dabei warf sie die grundsätzliche Frage auf, ob das Amt oder der Einfluss der FIFA in unangemessener Weise ausgeübt wurden und ob bestehende Schutzmechanismen überhaupt funktionierten.

Council-Sitzung setzt Vorwürfe auf die Tagesordnung

Den offiziellen Anträgen ging bereits im August ein entsprechender Beschluss des norwegischen Verbandsvorstandes voraus. Der Schritt reiht sich in die massiven Spannungen ein, in deren Folge die FIFA Direktor Kevin Lamour nach Kritik an Präsident Gianni Infantino feuerte. Auch die Organisation FairSquare hat im Vorfeld wegen möglicher Verstöße gegen die Neutralitätspflicht im Umgang mit Trump eine eigene Beschwerde eingereicht.

Die Opposition innerhalb des Weltverbands erhöht den Druck auf die Führungsebene spürbar. Am 15. Oktober tritt das FIFA-Council zu seiner nächsten Sitzung zusammen. Auf Vorstoß der Kritiker stehen die von Norwegen aufgeführten Punkte bei diesem Treffen offiziell auf der Agenda. An der Sitzung nimmt auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf als reguläres Mitglied des Gremiums teil.

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