RB Leipzig hat im Kampf um die Champions-League-Plätze einen Dämpfer hinnehmen müssen. Gegen einen brutal effektiven VfL Wolfsburg kamen die dominanten Sachsen am Sonntagabend nicht über ein 2:2-Unentschieden hinaus. Erst ein Treffer in der Schlussphase bewahrte die Gastgeber vor einer Heimniederlage.

Chancenwucher trifft auf überragenden Grabara

Die erste Halbzeit entwickelte sich schnell zu einem Geduldsspiel für die Hausherren. RB Leipzig kontrollierte das Geschehen mit 60 Prozent Ballbesitz und einem Torschussverhältnis von 10:2, biss sich jedoch an der Wolfsburger Defensive die Zähne aus. Besonders VfL-Schlussmann Kamil Grabara wuchs über sich hinaus und hielt sein Team im Spiel.

Bereits in der 19. Minute hatte Conrad Harder die Führung auf dem Fuß, scheiterte jedoch mit einem spektakulären Fallrückzieher am polnischen Keeper. Auch Antonio Nusa und Brajan Gruda fanden immer wieder ihren Meister im Wolfsburger Torwart. Die Parade in der 41. Minute gegen den frei stehenden Gruda hatte dabei unstrittig Weltklasse-Format.

Auf der Gegenseite fanden die „Wölfe“ offensiv kaum statt. Die Entlastungsangriffe verpufften früh, lediglich Christian Eriksen sorgte mit einem Distanzschuss auf das Tornetz in der Anfangsphase für einen Hauch von Torgefahr.

Kalte Dusche nach der Pause

Der zweite Durchgang begann mit einem Schock für die favorisierten Leipziger. Wie aus dem Nichts brachte Mohamad Amoura die Gäste in der 52. Minute in Führung und stellte den Spielverlauf auf den Kopf. Die Sachsen zeigten sich jedoch nicht geschockt und drängten auf den Ausgleich, den Yan Diomande schließlich in der 70. Spielminute besorgte.

Doch die Freude währte nur kurz: Mattias Svanberg brachte die Niedersachsen in der 78. Minute erneut in Front. Es drohte ein herber Rückschlag im Rennen um die Königsklasse, ehe Brajan Gruda eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit (89.) doch noch zum 2:2 traf und zumindest einen Zähler in Leipzig behielt.

Gemischte Gefühle bei den Trainern

Nach dem Abpfiff herrschte auf beiden Seiten Redebedarf. Wolfsburgs Kapitän Maximilian Arnold zeigte sich im Sportschau-Interview zwiegespalten: „Wenn man so kurz vor Schluss in Führung liegt, muss man das Ding irgendwie über die Ziellinie bringen. Aber wir werden sehen, was der Punkt am Ende für wert ist.“ Ähnlich sah es VfL-Trainer Daniel Bauer, der die Investition seiner Mannschaft lobte: „Wenn man in der 88. Minute führt, will man natürlich das Spiel gewinnen, aber in unserer Situation kann auch ein Punkt in Leipzig viel wert sein.“

Bei den Leipzigern überwog trotz des späten Ausgleichs die Unzufriedenheit über die vergebenen Chancen. Torschütze Brajan Gruda monierte die „unnötigen Gegentore“, betonte aber die ansonsten ordentliche Leistung. Leipzigs Coach Ole Werner bilanzierte: „Von der Leistung her war es ein sehr gutes Spiel von uns, aber wir müssen das Ergebnis schon im ersten Durchgang in unsere Richtung bringen.“

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