Real Madrid hat offiziell auf die Vorkommnisse im Champions-League-Play-off gegen Benfica Lissabon reagiert. Die Königlichen bestätigten, umfassendes Beweismaterial gesammelt und an die UEFA übermittelt zu haben, um die Ermittlungen zu den rassistischen Vorfällen rund um Vinicius Junior zu unterstützen.

Eklat in Lissabon: Der Auslöser der Ermittlungen

Das Hinspiel im Estadio da Luz war von sportlicher Brisanz und heftigen Emotionen geprägt. Nachdem Vinicius Junior in der 50. Minute den Führungstreffer für die Gäste erzielt hatte, jubelte der Brasilianer zunächst provokant an der Eckfahne und richtete sich anschließend gestenreich an die Benfica-Fans. Schiedsrichter Francois Letexier ahndete dies mit einer Gelben Karte wegen Unsportlichkeit.

Die Situation eskalierte jedoch kurz vor dem Wiederanpfiff. Es kam zu einem Wortgefecht zwischen dem Real-Star und Benficas Gianluca Prestianni. Der Argentinier soll den Flügelstürmer dabei rassistisch beleidigt haben. Vinicius schaltete umgehend den Unparteiischen ein, woraufhin Letexier den offiziellen Drei-Stufen-Plan der UEFA bei Rassismus-Verdacht aktivierte. Die Partie wurde für knapp zehn Minuten unterbrochen, bevor der Ball wieder rollte.

Real Madrid fokussiert sich auf Tribünen-Vorfälle

Wie die spanische Zeitung Marca berichtet, beschränken sich die Untersuchungen des Vereins nicht nur auf das Geschehen auf dem Rasen. Real Madrid legte den Fokus auch auf die Tribünen, von denen aus lokale Fans rassistische Gesten in Richtung der Real-Profis, insbesondere gegen Vinicius, gemacht haben sollen.

In einer offiziellen Mitteilung bezog der spanische Rekordmeister klar Stellung:

Real Madrid C. F. teilt mit, dass es heute der UEFA alle verfügbaren Beweise zu den Vorfällen vom vergangenen Dienstag […] vorgelegt hat. Unser Verein hat aktiv an der Untersuchung der UEFA nach den inakzeptablen rassistischen Vorfällen während dieses Spiels mitgewirkt.

Zudem bedankten sich die Madrilenen für die weltweite Solidarität, die ihrem Stürmer zuteilwurde, und bekräftigten den Willen, weiterhin gegen Hass und Gewalt im Sport vorzugehen.

UEFA leitet Disziplinarverfahren ein

Der europäische Fußballverband hat bereits reagiert und einen Ethik- und Disziplinarinspektor mit der Untersuchung der Vorwürfe gegen Prestianni beauftragt. Über den genauen Fortgang des Verfahrens will die UEFA zu gegebener Zeit informieren.

Sportlich ist die Entscheidung noch offen. Das Rückspiel findet am kommenden Mittwoch im Santiago Bernabéu statt. Der Sieger dieses Duells trifft im Achtelfinale auf den Gewinner der Paarung Manchester City gegen Sporting Lissabon.

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