Hertha BSC hat sich am 23. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga wohl endgültig aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet. Die Mannschaft von Trainer Stefan Leitl kassierte beim direkten Konkurrenten SC Paderborn eine deutliche 2:5 (1:3)-Niederlage. Während die Hauptstädter nun zehn Punkte Rückstand auf die Aufstiegsränge aufweisen, melden sich die Ostwestfalen mit einem fulminanten Auftritt im Kampf um die Spitzenplätze zurück.

Defensives Desaster für die Alte Dame

Für die Gäste aus Berlin begann der Nachmittag in der Home Deluxe Arena denkbar ungünstig. Die zuletzt so gelobte Defensive der Hertha wirkte von der ersten Minute an unsortiert und schläfrig. Der SC Paderborn nutzte diese Passivität eiskalt aus. Bereits in der 7. Minute brachte Sebastian Klaas die Hausherren nach einer maßgeschneiderten Flanke von Raphael Obermaier in Führung. Die Leitl-Elf fand keinen Zugriff und ließ sich auch bei Standardsituationen den Schneid abkaufen.

Nur knapp eine Viertelstunde später erhöhte Tjark Scheller auf 2:0 (20.). Vorausgegangen war ein Eckball, der im Berliner Strafraum für pures Chaos sorgte. Weder Torhüter Tjark Ernst noch seine Vorderleute konnten klären, sodass Scheller den Ball über die Linie drückte. Auch eine vierminütige Überprüfung durch den Video-Assistenten (VAR) änderte nichts am regulären Treffer. Zwar konnte Luca Schuler zwischenzeitlich für die Berliner verkürzen, doch die defensive Instabilität zog sich wie ein roter Faden durch das Spiel der Gäste.

Stefan Leitl hakt den Aufstieg ab

Die Enttäuschung nach dem Abpfiff war bei den Verantwortlichen der Berliner riesig. Mit nur acht Punkten aus den letzten acht Spielen ist der Trend alarmierend. Trainer Stefan Leitl fand nach der Partie deutliche Worte und erklärte das Saisonziel Aufstieg faktisch für beendet.

„In Summe ein ganz bitterer Nachmittag für uns, eine verdiente Niederlage. Wir haben die Chance, der Liga nochmal zu zeigen, dass wir da sind, leichtfertig vergeben. Damit hat sich das Thema für uns erledigt“, gab der 46-Jährige gegenüber der Sportschau zu Protokoll. Besonders die mangelnde gedankliche Schnelligkeit seiner Mannschaft stieß ihm sauer auf: „Wir waren in Gedanken langsamer, Paderborn war schneller und griffiger, das tut weh.“

Paderborn in Lauerstellung zur Spitze

Ganz anders sah die Gemütslage bei Ralf Kettemann aus. Der Trainer des SCP sah einen Matchplan, der perfekt aufging. Durch den überzeugenden Heimsieg rücken die Paderborner bis auf einen Zähler an den Relegationsplatz heran und sind nun ein ernstzunehmender Kandidat für das Oberhaus.

„Ich ziehe den Hut vor meiner Mannschaft. Dass wir so einen Auftritt auf diesem nicht leicht zu bespielenden Platz hinlegen, darf uns echt stolz machen“, lobte Kettemann. Für Paderborn war es ein Big Point, um einen direkten Verfolger zu distanzieren und den Druck auf die Top 3 der Liga – St. Pauli, Kiel und den Hamburger SV – massiv zu erhöhen.

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