Das Rätselraten hat ein Ende, die Reißleine ist gezogen: Nottingham Forest hat sich in der Nacht zu Donnerstag von Sean Dyche getrennt. Damit sorgt der englische Traditionsklub für ein Novum in der laufenden Premier-League-Saison, denn Dyche ist bereits der dritte Übungsleiter, der in dieser Spielzeit am City Ground scheitert. Die Hoffnung auf den Klassenerhalt liegt nun auf den Schultern eines potenziellen Nachfolgers, während der Chaos-Klub weiter im Tabellenkeller feststeckt.

Vierter Chefcoach im Anmarsch: Das Chaos am City Ground

Eigentlich sollte Sean Dyche, bekannt für seine pragmatische Herangehensweise und defensive Stabilität, den drohenden Abstieg verhindern. Doch der „Feuerwehrmann“ konnte das Ruder nicht herumreißen. Kritiker sehen das Hauptproblem jedoch nicht allein an der Seitenlinie, sondern in der Teppich-Etage. Der Kader der Tricky Trees wirkt zusammengewürfelt und überbezahlt. Nach einer Saison, in der das Team überperformte, wurde das Gefüge durch den ambitionierten Klubbesitzer erneut komplett umgebaut – eine Strategie, die bislang krachend scheitert.

Nun muss der vierte Trainer der Saison versuchen, aus den teuren Einzelkönnern eine funktionierende Einheit zu formen. Die Entlassung von Dyche reiht sich in eine Serie von Fehlentscheidungen ein, die den einstigen Europapokalsieger zur Lachnummer der Liga zu degradieren drohen.

Abstiegskampf pur: Das Duell der Krisen-Klubs

Die Situation für Nottingham Forest ist prekär. In den verbleibenden Spielen entwickelt sich ein Schneckenrennen um den Klassenerhalt, bei dem Forest sich vor allem mit West Ham United duelliert. Es wirkt fast wie ein Wettbewerb darum, welcher Traditionsverein desaströser geführt wird. Während die Historie des Klubs Respekt verdient, sorgt die aktuelle Führungsetage für Kopfschütteln bei Fans und Experten. Die erneute Trainerrochade ist ein riskantes Manöver im Kampf um die Millionen-Einnahmen der Premier League.

Vitor Pereira als Nachfolger? Die „Wundertüte“ steht bereit

Die Gerüchteküche auf der Insel brodelt bereits heftig, wenn es um die Nachfolge des geschassten Engländers geht. Ganz oben auf der Liste steht der Name Vitor Pereira. Doch der Portugiese gilt als echtes Risiko. Zwar rettete er einst die Wolverhampton Wanderers, doch seine Stationen in Brasilien und der Türkei verliefen zuletzt weniger glücklich.

Taktische Bedenken begleiten die Personalie: Pereira bevorzugt oft eine Dreierkette. Eine Systemumstellung in dieser kritischen Phase könnte fatal sein, zumal die Defensive – wenn überhaupt – noch der stabilste Teil im Spiel von Nottingham war. Viele Beobachter sind sich einig: Statt eines Taktik-Experimentes bräuchte die Mannschaft jetzt eher einen reinen Motivator, um das rettende Ufer noch zu erreichen. Ob Pereira diese Rolle ausfüllen kann, bleibt fraglich.

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