Das Warten auf den ersten Treffer hatte ein jähes Ende: Die TSG Hoffenheim hat ihr 600. Bundesliga-Spiel vergoldet und den SC Freiburg am 22. Spieltag mit einem deutlichen 3:0 (0:0) abgefertigt. Was in der ersten Halbzeit noch wie ein Geduldsspiel aussah, entlud sich unmittelbar nach dem Wiederanpfiff in einem offensiven Feuerwerk, das die Kraichgauer nun wieder berechtigt von der Champions League träumen lässt.

Blitzstart bricht den Freiburger Bann

Die 30.150 Zuschauer in der PreZero Arena hatten sich kaum wieder auf ihren Plätzen eingefunden, da zappelte der Ball bereits im Netz. Der eingewechselte Fisnik Asllani schockte die Gäste aus dem Breisgau mit der Führung in der 46. Spielminute. Die Freiburger Defensive, die bis dahin konzentriert wirkte, war völlig unsortiert. Doch es kam noch dicker für den Sport-Club: Nur fünf Minuten später legte Innenverteidiger Ozan Kabak nach (51.) und stellte die Weichen endgültig auf Sieg. Den Schlusspunkt unter eine denkwürdige zweite Hälfte setzte Valentin Gendrey tief in der Nachspielzeit (90.+5) zum 3:0-Endstand.

Matchwinner Kabak zeigte sich im Anschluss hochzufrieden: „Das lief richtig gut heute. Wir wollten eine Top-Leistung bringen und drei Punkte holen. Und das hat geklappt“, erklärte der Torschütze am Sportschau-Mikrofon, betonte aber auch die Härte der Partie.

VAR-Drama um Kramaric und Hoffenheimer Dominanz

Schon vor dem Seitenwechsel hatten die Gastgeber das Heft des Handelns in der Hand. Besonders Andrej Kramaric sorgte nach fünf Minuten für einen Moment der Magie, als er Freiburgs Keeper Noah Atubolu mit einem gefühlvollen Lupfer aus 35 Metern überlistete. Der Jubel der Heimfans verstummte jedoch schnell, da der Video-Assistent (VAR) eine knappe Abseitsstellung erkannte und den Treffer einkassierte.

Trotz des Dämpfers blieb die TSG am Drücker. Ob Wouter Burger, dessen Volley das Tor nur um Zentimeter verfehlte, oder Vladimir Coufal – die Chancenverwertung blieb lange das einzige Manko der Hausherren. Der SC Freiburg hingegen fand offensiv kaum statt. Einzig Yuito Suzuki konnte nach einem Solo für Gefahr sorgen, verfehlte das Ziel aber deutlich. Philipp Treu brachte die Enttäuschung der Gäste auf den Punkt: „Irgendwie haben ein bisschen die Körner gefehlt und Hoffenheim hat gut den Ball laufen lassen.“

Coaching-Zone ohne Chef und große Träume

An der Seitenlinie der Breisgauer fehlte dabei der Cheftrainer: Julian Schuster musste aufgrund einer Gelbsperre auf der Tribüne Platz nehmen. Vertreten wurde er von Co-Trainer Lars Voßler, der bereits 2018 einmal als Chef-Ersatz in Sinsheim fungierte. Doch anders als damals konnte er diesmal keine Punkte entführen. Während Freiburg die Wunden leckt, blickt Hoffenheim nach diesem überzeugenden Auftritt im Jubiläumsspiel wieder ambitioniert nach oben in Richtung Königsklasse.

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