Aleksander Ceferin wird beim Kongress am 22. April 2027 im kasachischen Astana erneut für das Amt des UEFA-Präsidenten kandidieren. Wie die „Sportschau“ berichtet, verkündete der Slowene diesen Schritt auf einem Treffen der 55 Mitgliedsverbände in Berlin. Damit steuert der Funktionär auf eine vierte Amtszeit bis 2031 zu, obwohl die eigenen Verbandsstatuten eigentlich eine Begrenzung auf drei Perioden vorsehen.

Rücktritt vom Rücktritt: Statutenänderung macht den Weg frei

Noch im Februar 2024 hatte Ceferin auf dem Kongress in Paris erklärt: „Ich plane nicht, 2027 noch mal anzutreten.“ Diese Pläne hat der UEFA-Chef nun offiziell verworfen, nachdem sein anhaltender Rückhalt innerhalb der Verbände ein solches Szenario bereits andeutete. Juristisch möglich wird die Kandidatur durch eine Statutenänderung aus dem Jahr 2024, die unter anderem mit der öffentlichen Unterstützung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verabschiedet wurde.

Demnach wird Ceferins erste Phase an der Spitze des europäischen Fußballs zwischen 2016 und 2019 offiziell nicht auf die Amtszeitbegrenzung angerechnet. Formal befand er sich somit erst von 2019 bis 2023 in seiner ersten und aktuell bis 2027 in seiner zweiten Periode. Die Anpassung, die laut damaligen Verbandsangaben aufgrund des geltenden Schweizer Rechts notwendig war, stieß intern jedoch nicht nur auf Gegenliebe.

Großer Zuspruch trotz prominenter Kritiker

Während der damalige UEFA-Schatzmeister David Gill aus England deutlichen Widerspruch gegen die Neuregelung einlegte, trat der Bereichsleiter Fußball Zvonimir Boban aus Protest sogar von seinem Posten zurück. Dennoch gilt Ceferins Wiederwahl in gut zweieinhalb Jahren als reine Formsache. Bislang hat keine andere Person im europäischen Fußball öffentlich Ansprüche auf das Amt angemeldet.

Stattdessen positionieren sich die Schwergewichte der Branche klar hinter dem Amtsinhaber. Zuletzt forderte Nasser Al-Khelaifi, Vorsitzender der Klub-Vereinigung ECA, den Präsidenten explizit zu einer erneuten Kandidatur auf. Dieser geschlossene Rückhalt festigt Ceferins Machtposition für die kommenden Jahre enorm.

Die Suche nach einem Gegner für Gianni Infantino

Neben der Personalie Ceferin stand das Treffen im Berliner Hotel am Potsdamer Platz auch im Zeichen der Weltregierung des Fußballs. Die UEFA sucht weiterhin nach einem geeigneten Gegenkandidaten für den umstrittenen FIFA-Präsidenten Gianni Infantino. Der Weltverband wählt seinen Vorsitzenden am 18. März in der marokkanischen Stadt Rabat.

Obwohl Ceferin die europäische Opposition gegen Infantino anführt, wird er selbst nicht als direkter Herausforderer antreten. Eine eigene Kandidatur gegen den FIFA-Chef ist für den Slowenen ausgeschlossen. Die Zeit für die europäischen Verbände drängt spürbar, denn die offizielle Frist zur Benennung eines Herausforderers endet bereits am 18. November.

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