Der VfL Wolfsburg zieht im dramatischen Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga offenbar eine spektakuläre Maßnahme in Betracht. Nach Informationen des NDR diskutiert der Aufsichtsrat der „Wölfe“ intensiv über eine Rückkehr von Meistertrainer Felix Magath. Der 72-Jährige könnte den Tabellen-15. kurzfristig übernehmen, um den drohenden Sturz in die Zweitklassigkeit zu verhindern.

Magath als Feuerwehrmann bis Saisonende?

Die Situation in der Autostadt ist angespannt. Nach der jüngsten 2:3-Niederlage gegen den FC Augsburg steckt der Werksklub tief im Tabellenkeller fest. Wie der NDR berichtet, signalisiert Felix Magath bereits Interesse, noch in dieser oder der kommenden Woche das Ruder zu übernehmen. Dabei steht offenbar kein langfristiges Projekt im Raum, sondern ein klassischer Einsatz als „Feuerwehrmann“: Ein Engagement wäre wohl strikt bis zum Saisonende begrenzt, um den Klassenerhalt zu sichern.

Uneinigkeit im Aufsichtsrat über Methoden

Im Kontrollgremium des Vereins herrscht bezüglich der Personalie jedoch noch keine endgültige Einigkeit. Während einige Mitglieder die Rückkehr des Erfolgsgaranten von 2009 befürworten, gibt es auch kritische Stimmen. Die Skepsis bezieht sich vor allem darauf, ob Magaths bekanntermaßen harter Führungsstil und seine Methoden der Menschenführung noch in die heutige Zeit und zur aktuellen Mannschaft passen.

Ein Faktor, der für eine Verpflichtung sprechen könnte, ist Diego Benaglio. Der ehemalige Torhüter und Kapitän, der 2009 unter Magath die sensationelle Meisterschaft feierte, sitzt seit letztem Jahr im Aufsichtsrat. Er wurde explizit berufen, um die sportliche Kompetenz im Gremium zu stärken, und kennt die Arbeitsweise des Routiniers bestens.

Konsequenzen für Christiansen und Bauer

Sollte es tatsächlich zum Comeback des gebürtigen Aschaffenburgers kommen, hätte dies weitreichende personelle Konsequenzen. Ein Engagement Magaths würde wohl das sofortige Aus für den aktuellen Trainer Daniel Bauer bedeuten. Auch die Position von Geschäftsführer Peter Christiansen wackelt bedenklich. Christiansen hatte Bauer zwar noch am Wochenende das Vertrauen ausgesprochen, doch im Aufsichtsrat bröckelt der Rückhalt für den Geschäftsführer offenbar ebenfalls.

Erfahrung im Abstiegskampf als Trumpf

Für Felix Magath wäre es die dritte Amtszeit in Wolfsburg. Unvergessen bleibt der Meistertitel 2009, doch auch im Abstiegskampf bewies er an gleicher Stelle bereits seine Qualitäten, als er den Klub 2011 vor dem Gang in die 2. Liga rettete. Zuletzt trat der erfahrene Coach vor knapp vier Jahren auf der großen Bühne in Erscheinung, als er Hertha BSC erfolgreich durch die Relegation führte. Aktuell ist er als Sportvorstand bei seinem Heimatverein Viktoria Aschaffenburg in der Regionalliga tätig.

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