Das Warten hat endlich ein Ende, die Dortmunder Lebensversicherung ist rechtzeitig zurück: Serhou Guirassy hat seine monatelange Krise überwunden und läuft pünktlich zum Play-off-Kracher gegen Atalanta Bergamo wieder zur Hochform auf. Doch nicht nur der wiedererstarkte Stürmer steht im Fokus. Während Trainer Niko Kovac in der Offensive aufatmen kann, zwingt die Personalsituation in der Abwehr ein 17-jähriges Juwel ins Rampenlicht: Luca Reggiani.

Italien-Trauma trifft auf positive Vorzeichen

Wenn Borussia Dortmund am Dienstagabend (21 Uhr) Atalanta Bergamo empfängt, spielt auch die Geschichte mit. Die Bilanz gegen Teams aus der Serie A liest sich wie ein Horrorfilm für Schwarz-Gelb: In den letzten sieben Duellen gelang lediglich ein einziger Sieg (3:1 gegen AC Mailand 2023). Drei Unentschieden und drei Niederlagen zeugen von der traditionellen Schwere dieser Aufgaben.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Gäste aus der Lombardei als echte Deutschland-Schrecks anreisen. Unvergessen bleibt ihr Triumph im Europa-League-Finale 2024, als sie die „Invincibles“ von Bayer Leverkusen entzauberten. Doch es gibt einen statistischen Lichtblick: Ausgerechnet Bergamo ist der einzige italienische Klub, gegen den der BVB im Europapokal eine positive Bilanz vorweisen kann (Europa League 16/17). Gepaart mit der aktuellen Dortmunder Form von sechs Liga-Siegen in Folge, ist die Brust der Westfalen breit.

Kovacs Geduld zahlt sich aus: Der Torjäger liefert

Der wichtigste Faktor für den Optimismus trägt jedoch die Nummer 9. Nach einer langen Durststrecke explodierte der guineische Nationalspieler förmlich: Fünf Treffer in den letzten drei Partien bedeuten eine Quote, für die er zuvor 25 Spiele benötigte.

Trainer Niko Kovac sieht sich in seiner Strategie der psychologischen Kriegsführung bestätigt. „Es ist wichtig, dass man Stürmer stützt, schützt, unterstützt, und das habe ich auch getan“, erklärte der Coach nach der geglückten Generalprobe gegen Mainz. Die Reaktion seines Schützlings bezeichnete er als „sensationell gut“. Gerade gegen die defensivstarken Italiener wird der Königsklassen-Torschützenkönig der Vorsaison als Dosenöffner unverzichtbar sein. Kovac rechnet vor: „Umso schöner, dass er jetzt wieder trifft, das erhöht die Wahrscheinlichkeit, Spiele zu gewinnen.“

Abwehr-Notstand: Die Stunde des Youngsters

Während im Sturm die Sonne scheint, ziehen in der Defensive dunkle Wolken auf. Der Ausfall von Säulen wie Emre Can und Filippo Mane wiegt schwer, und nun wackelt auch noch Niklas Süle, der gegen Mainz mit Oberschenkelproblemen raus musste. „Wir wollten bei ihm kein Risiko eingehen“, so Kovac.

Diese Notlage könnte zur großen Bühne für Luca Reggiani werden. Der Youngster übernahm gegen Mainz die Position in der Innenverteidigung und lieferte eine fehlerfreie Vorstellung ab. Kovac sparte nicht mit Lob für das Abwehrtalent: „Ich habe ihm gesagt, dass er es genießen soll. Es war eine tolle Premiere.“ Sollte Süle ausfallen, ruhen die Hoffnungen der Südtribüne gegen die italienische Offensive auf den Schultern des Teenagers – eine Feuertaufe, die kaum größer sein könnte.

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