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Nach dem bitteren Aus bei der Weltmeisterschaft und dem Rücktritt von Julian Nagelsmann hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) seinen Wunschkandidaten rasend schnell fixiert: Jürgen Klopp soll die Nationalmannschaft übernehmen. Treibende Kraft hinter dieser Entscheidung ist Hans-Joachim Watzke, der als mächtigster Mann im deutschen Fußball gilt und den Deal im Hintergrund vorantreibt.

Finanzielles Minus und personeller Aderlass nach der WM

Die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko hinterlässt beim Verband deutliche Spuren. Das unerwartete Ausscheiden im Sechzehntelfinale in Boston bedeutet für den DFB ein spürbares Minusgeschäft. Die erspielte Prämie in Höhe von elf Millionen Euro reicht bei Weitem nicht aus, um die immensen Turnierkosten zu decken.

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Die sportliche Talfahrt fordert nun klare personelle Konsequenzen: Neben dem ehemaligen Bundestrainer Julian Nagelsmann und seinem Assistenten-Team, denen eine Abfindung zusteht, wird auch Andreas Rettig den Verband verlassen. Der Geschäftsführer Sport der DFB GmbH räumt seinen Posten nach Vertragsende zum Jahresabschluss aus persönlichen Gründen. Dies erspart dem Verband in diesem Fall zumindest eine weitere Abfindungszahlung. Die Delegation in Nordamerika war aus Kostengründen ohnehin kleingehalten worden, was bei Funktionären aus der zweiten Reihe bereits für erheblichen Unmut gesorgt hatte.

Jürgen Klopp signalisiert grünes Licht

Während die Aufarbeitung des Turniers läuft, richten sich alle Blicke auf die Trainerbank. Der Weg für den absoluten Wunschkandidaten der Nation scheint frei zu sein. Wie der DFB bereits offiziell bestätigte, hat Jürgen Klopp grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, das Amt des Bundestrainers anzutreten. Derzeit fungiert der Erfolgscoach noch als Head of Global Soccer beim Red-Bull-Konzern.

Dass die Trainerfrage derart rasant und ohne die einst obligatorische Trainerfindungskommission geklärt wurde, sorgte intern bei einigen DFB-Funktionären für Verwunderung. Sie fühlten sich bei der Entscheidungsfindung komplett übergangen.

Watzke als Strippenzieher im Hintergrund

Der Verzicht auf langwierige Findungsprozesse trägt eine eindeutige Handschrift: die von Hans-Joachim Watzke. Der Funktionär vereint mittlerweile immense Macht auf seiner Person. Neben seinem jüngst angetretenen Amt als Präsident des eingetragenen Vereins von Borussia Dortmund, fungiert er als Ligapräsident, DFB-Vizepräsident und sitzt im mächtigen Exekutivkomitee der UEFA.

Watzke scheut sich nicht, diese Machtfülle zu nutzen. Schon nach dem WM-Aus in Katar vor vier Jahren war er die treibende Kraft, als die fast 20-jährige Ära von DFB-Manager Oliver Bierhoff beendet wurde. Nun setzt der Strippenzieher seinen gesamten Einfluss ein, um seinen langjährigen Weggefährten Jürgen Klopp an die Spitze der deutschen Nationalmannschaft zu lotsen – vorbei an allen traditionellen Verbandsstrukturen.

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