Watzke forciert Klopp-Deal: DFB legt sich auf neuen Bundestrainer fest
Nach dem Aus von Julian Nagelsmann steht Jürgen Klopp vor dem DFB-Engagement, angetrieben von Machtmensch Aki Watzke.
Nach dem blamablen WM-Aus und dem sofortigen Abschied von Bundestrainer Julian Nagelsmann steht der Deutsche Fußball-Bund (DFB) vor einem massiven personellen Neuanfang. Während Geschäftsführer Andreas Rettig den Verband zum Jahresende vertragsgemäß verlässt, rückt nun die Personalie Rudi Völler in den Mittelpunkt der Frankfurter Krisengespräche. Mit Jürgen Klopp als fest eingeplanter Wunschlösung für die Seitenlinie stellt sich die drängende Frage, ob der bisherige Sportdirektor Teil dieses Neuanfangs sein wird oder seinen Hut nehmen muss.
Wer nach dem jüngsten Turnier-Debakel reflexartig die Entlassung des Sportdirektors fordert, übersieht oftmals dessen unbestreitbare Kernkompetenzen. Der Weltmeister von 1990 verfügt über ein im Weltfußball nahezu einzigartiges Netzwerk. Genau diese Verbindungen waren es, die gemeinsam mit DFL-Aufsichtsratschef Hans-Joachim Watzke den schnellen Kontakt zu Jürgen Klopp ermöglichten.
Zudem genießt der 66-Jährige tiefen Rückhalt in allen Ebenen des Verbandes. Wenn es in den kommenden Monaten um tiefgreifende Reformen, Postenverteilungen und finanzielle Einschnitte geht, kann der allseits beliebte Funktionär als Bindeglied fungieren und dringend benötigten Zusammenhalt in die unruhigen DFB-Korridore bringen. Da sein bestehender Vertrag ohnehin noch zwei Jahre läuft, verspricht eine Fortsetzung der Arbeit an der Seite von Klopp ein vielversprechendes Zweckbündnis zweier absoluter Vollprofis zu werden.
Auf der anderen Seite verlangt ein echter sportlicher Reset nach einem Turnieraus oftmals auch nach unverbrauchten Gesichtern in der Führungsetage. Der langjährige Leverkusener Macher war ein maßgeblicher Protagonist der jüngsten DFB-Vergangenheit und hat das sportlich gescheiterte System Nagelsmann bis zum bitteren Ende mitgetragen. Die oft fast väterlich wirkende Beziehung zum scheidenden Bundestrainer führte dazu, dass Entscheidungen kaum öffentlich hinterfragt, sondern stets loyal verteidigt wurden.
Für den radikalen Neustart, den der deutsche Profifußball nun dringend benötigt, könnte das Festhalten an etablierten Strukturen hinderlich sein. Letztlich muss der Verband zeitnah abwägen, ob das schützende Netzwerk und die unbestreitbaren Verdienste des Altinternationalen wertvoller sind als der kompromisslose Neuanfang in der sportlichen Leitung.
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