Das Rätselraten hat ein Ende: Cristiano Ronaldo ist zurück im Dienst. Der portugiesische Ausnahmestürmer hat seinen Streik beim Al-Nassr FC beendet und wurde in einem Video dabei gefilmt, wie er das Teamhotel verließ und anschließend den Mannschaftsbus bestieg. Damit steht der mittlerweile 41-Jährige dem Tabellendritten der Saudi Pro League für das wichtige Auswärtsspiel bei Al-Fateh am Samstag wieder zur Verfügung. Zuvor hatte der Kapitän zwei Partien verpasst – offiziell nicht wegen einer Verletzung, sondern aus Protest.

Ärger über Transferpolitik als Auslöser

Der Grund für die kurzzeitige Arbeitsverweigerung des fünfmaligen Weltfußballers lag tief: Ronaldo war offensichtlich erzürnt über die aus seiner Sicht mangelnden Investitionen des Saudi Public Investment Fund (PIF) in seinen Arbeitgeber. Während der direkte Rivale Al-Hilal, an dem der PIF ebenfalls 75 Prozent der Anteile hält, auf dem Transfermarkt aggressiv agierte, fühlte sich der Superstar mit seinem Klub benachteiligt.

Die Diskrepanz in der Kaderplanung sorgte für dicke Luft in Riad. Al-Nassr konnte lediglich das irakische Talent Haydeer Abdulkareem und Abdullah Al-Hamdan, einen Reservestürmer des Konkurrenten, verpflichten. Zu wenig für die Ambitionen des ehrgeizigen Europameisters von 2016.

Konkurrent Al-Hilal auf Shoppingtour

Besonders bitter für den Portugiesen war der Blick auf die Konkurrenz. Al-Hilal sicherte sich nicht nur die Dienste seines ehemaligen Real-Madrid-Teamkollegen Karim Benzema, der von Al-Ittihad losgeeist wurde, sondern investierte auch massiv in die Zukunft. Rund 71 Millionen Euro flossen in sieben Neuzugänge, darunter die vielversprechenden Talente Kader Meïté und Saïmon Bouabré. Brisant: Zwar wechselte Benzema ablösefrei, doch Berichten zufolge stellte Al-Hilal 25 Millionen Euro bereit, um dessen vorzeitige Vertragsauflösung bei Al-Ittihad zu ermöglichen.

Liga spricht Machtwort: „Keiner ist größer als der Klub“

Die Verantwortlichen der Saudi Pro League ließen das Verhalten ihres Aushängeschilds jedoch nicht unkommentiert. In einem klaren Statement gegenüber der „BBC“ wurden dem Routinier die Grenzen aufgezeigt. „Cristiano hat eine wichtige Rolle für das Wachstum des Vereins gespielt“, so ein Sprecher. „Aber kein Einzelner – egal wie bedeutend er auch sein mag – trifft Entscheidungen, die über seinen eigenen Verein hinausgehen.“

Die Liga betonte, dass alle Vereine innerhalb eines festgelegten finanziellen Rahmens agieren, der Wettbewerbsgleichheit und Nachhaltigkeit sichern soll. Mit der Reise nach Al-Fateh scheint das Kriegsbeil nun vorerst begraben, und der Fokus richtet sich wieder auf das Sportliche.

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