Deutschland rotiert gegen Ecuador: Nagelsmann kündigt WM-Mix an
Vor dem abschließenden WM-Gruppenspiel gegen Ecuador plant Bundestrainer Julian Nagelsmann Änderungen in der Startelf.
Deniz Undav, Johan Manzambi und Matthias Svanberg haben bei der laufenden Weltmeisterschaft eines gemeinsam: Sie kommen von der Bank und verändern sofort das Spiel. Einwechselspieler stehen bei dem aktuellen Turnier extrem hoch im Kurs und erzielen für ihre Nationen entscheidende Treffer. Die Bedeutung der sogenannten Joker war selten so groß wie in dieser Gruppenphase.
Wenn das Offensivspiel der deutschen Nationalmannschaft lahmt und die entscheidenden Impulse fehlen, hat Bundestrainer Julian Nagelsmann eine verlässliche Antwort parat: Er wechselt Deniz Undav ein. Der Angreifer des VfB Stuttgart lieferte sowohl gegen Curacao als auch im richtungsweisenden zweiten Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste prompt ab. Mit der beeindruckenden Quote von neun Treffern in elf Länderspielen ist der 29-Jährige im DFB-Dress voll eingeschlagen.
Obwohl die Fan-Rufe nach einem Startelf-Einsatz lauter werden, beweist der Bundestrainer bislang ein feines Gespür. Der Stuttgarter stand in der Nationalelf erst dreimal von Beginn an auf dem Rasen, erfüllt seine Rolle als Einwechselspieler jedoch in Perfektion. Er ist genau dann zur Stelle, wenn der Gegner müde wird und die DFB-Auswahl zwingende Abschlüsse benötigt.
Doch nicht nur Deutschland profitiert enorm von frischen Kräften. Sogenannte „Super-Subs“ sind das prägende Element dieser WM-Gruppenphase und haben ihren Teams bereits wertvolle Punkte gesichert. Für die Schweiz schnürte Johan Manzambi nach seiner Einwechslung gegen Katar einen Doppelpack. Auch Kroatiens Nationaltrainer Zlatko Dalić bewies gegen Panama ein goldenes Händchen, als er mit Ante Budimir den späteren Siegtorschützen auf das Feld schickte.
Noch rasanter lief es für Schwedens Matthias Svanberg: Im Duell mit Tunesien benötigte der Mittelfeldakteur weniger als 30 Sekunden und traf direkt mit seinem allerersten Ballkontakt. Weitere Sieggaranten von der Bank waren Amad Diallo für die Elfenbeinküste sowie der Südkoreaner Hyeon-gyu Oh. Solche Momente verdeutlichen, wie elementar ein tiefer und qualitativ hochwertiger Kader bei einem strapaziösen Turnier ist.
Ein Blick auf die nackten Zahlen unterstreicht die Dominanz der Einwechselspieler. Bereits am ersten Spieltag fielen 13 der insgesamt 75 erzielten Tore durch Profis, die nicht in der Startelf standen. Das entspricht rund jedem sechsten Treffer. Am zweiten Spieltag der Gruppenphase steigerte sich dieser Wert sogar noch: Von 66 Toren gingen beachtliche 15 auf das Konto der Eingewechselten.
Für aufmerksame Beobachter zeigt diese Entwicklung ganz deutlich: Spiele werden bei dieser Weltmeisterschaft vermehrt in der Schlussphase entschieden. Trainer, die offensiv und vor allem treffsicher nachlegen können, besitzen einen massiven Wettbewerbsvorteil im Kampf um das Achtelfinale.
Vor dem abschließenden WM-Gruppenspiel gegen Ecuador plant Bundestrainer Julian Nagelsmann Änderungen in der Startelf.
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