Harry Kane stellt WM-Rekord ein – Gary Lineker lobt Bayern-Stürmer
Harry Kane erzielt einen Doppelpack beim englischen WM-Auftakt und zieht mit dem bisherigen Rekordhalter Gary Lineker gleich.
Die englische Nationalmannschaft hat bei der Weltmeisterschaft 2026 den defensiven Verwaltungsfußball der Vergangenheit endgültig abgelegt. Nach einer wackeligen ersten Halbzeit brachte eine emotionale Kabinenansprache von Trainer Thomas Tuchel die Wende. Die Three Lions besiegten Kroatien in einem mitreißenden Offensiv-Spektakel mit 4:2 und bewiesen erstmals auf der großen Bühne, dass sie spielerisch mit den besten Teams der Welt mithalten können.
Der erste Durchgang gegen Kroatien erinnerte die britischen Fans noch stark an alte, frustrierende Zeiten. England agierte nervös, wählte fast ausschließlich die sichere Passroute nach hinten und verspielte prompt zweimal eine Führung. Zur Halbzeit stand es 2:2, und die Mannschaft wirkte blockiert. Dann jedoch änderte der deutsche Übungsleiter in der Kabine die Marschroute komplett.
Wie Harry Kane nach dem Spiel verriet, forderte der Trainer sein Team explizit auf, die mentalen Fesseln abzulegen. Die Spieler sollten sich entspannen und der Welt endlich zeigen, zu was sie fähig sind. Diese Worte zeigten sofortige Wirkung. Nach dem Seitenwechsel überrollte der englische Rekordtorschütze gemeinsam mit seinen Mitspielern die kroatische Defensive. Das Team drückte unaufhörlich aufs Tempo, zeigte sich spielfreudig und schnürte den Gegner tief in der eigenen Hälfte ein.
Über Jahre hinweg war auf der Insel das Paradoxon beklagt worden, dass die Nationalelf trotz eines extrem hochwertigen Kaders voller Premier-League-Stars selten glänzte. Unter Vorgänger Gareth Southgate stand oftmals der blanke Ergebnisfußball im Vordergrund. Spektakel war auf ein absolutes Minimum reduziert. Auch Thomas Tuchel musste sich in seiner Anfangszeit in England den Vorwurf gefallen lassen, er verwalte Spiele nur, statt seine Offensivkünstler von der Leine zu lassen.
Doch beim 4:2-Sieg gegen Kroatien erlebten die Taktikexperten und Fans einen bemerkenswerten Wandel. Selbst Tuchel, der in der Vergangenheit bei solch wilden Schlagabtauschen wegen defensiver Nachlässigkeiten oft die Haare gerauft hätte, zeigte sich nach dem Schlusspfiff begeistert von der Energie seiner Mannschaft. Flügelstürmer Anthony Gordon bestätigte das neue Lebensgefühl auf dem Rasen und betonte, dass man im zweiten Durchgang Vollgas gegeben habe – ein Niveau, das nun zum Standard für den weiteren Turnierverlauf werden müsse.
Für die Konkurrenz ist dieses erwachte England eine echte Kampfansage. Wenn das Team in der Lage ist, seine unbestrittene individuelle Klasse dauerhaft in ein dominantes Offensivkonzept umzuwandeln, gehören die Briten zu den absoluten Top-Favoriten auf den Titel. Der ewige Traum, den Pokal nach Hause zu holen, lebt bei dieser WM mehr denn je, da nun endlich auch die sportliche Ausrichtung der Qualität der Spieler entspricht.
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