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Die englische Nationalmannschaft marschiert ohne Niederlage durch die WM-Vorrunde und trifft im anstehenden Sechzehntelfinale mit der DR Kongo auf eine vermeintlich hochgradig machbare Aufgabe. Doch anstatt Euphorie herrscht im Mutterland des Fußballs spürbare Unruhe. Im Zentrum der sportlichen Debatte steht Nationaltrainer Thomas Tuchel, der sich trotz der nackten Ergebnisse heftiger Kritik der heimischen Experten ausgesetzt sieht.

Fehlende Identität und spielerische Defizite

Auf den ersten Blick läuft die Mission Titelgewinn für die Three Lions nach Plan. Seit 60 Jahren sehnen sich die Fans nach einem großen Triumph, nachdem das Team zuletzt bei den Europameisterschaften 2021 und 2024 denkbar knapp im Finale scheiterte. Der deutsche Übungsleiter wurde eigens geholt, um der hochtalentierten Truppe endlich eine klare spielerische Identität zu verleihen. Bislang blitzt diese jedoch nur phasenweise auf.

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Während die Spieler Tuchels Halbzeitansprache beim 4:2-Erfolg gegen Kroatien in den höchsten Tönen lobten, zeigen sich ehemalige Nationalspieler weit weniger beeindruckt. Roy Keane fand bei ITV deutliche Worte für die taktische Ausrichtung: Er glaube nicht, dass der Coach eine Ahnung habe, wie seine beste Elf aussehe. Auch Gary Neville assistierte und merkte an, der Ex-Münchner wisse selbst genau, dass auf dem Rasen aktuell längst nicht alles perfekt laufe.

Carragher und Shearer vermissen die Magie auf dem Platz

Besonders die Herangehensweise gegen tief stehende Gegner sorgt auf der Insel für Kopfschütteln. Wenn die Räume eng werden, fehlt es den Engländern merklich an Kreativität. Jamie Carragher analysierte in seiner Kolumne für den Telegraph scharf, dass dem Team schlichtweg nichts einfalle, um den viel zitierten Dosenöffner zu finden. Dabei sieht er den Ursprung des Problems bereits in der Kadernominierung.

Carragher bemängelt, dass in einem 26-Mann-Kader zwingend ein Spieler mit dem gewissen X-Faktor stehen müsse. In genau diese Kerbe schlägt auch Sturm-Ikone Alan Shearer, der eine konkrete Personalie in den Vordergrund rückt. Für ihn fühlt es sich schlicht verkehrt an, dass ein Unterschiedsspieler wie Cole Palmer die WM von zu Hause aus verfolgen muss. Immerhin handele es sich um einen Akteur, der im jüngsten EM-Finale traf und Paris Saint-Germain bei der Klub-WM regelrecht zerpflückte. Vor dem K.o.-Spiel gegen die DR Kongo steht Tuchel somit gewaltig unter Zugzwang, nicht nur ergebnisorientiert, sondern auch spielerisch zu überzeugen.

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