FIFA ändert Fotografen-Regeln nach Kritik von England-Coach Tuchel
Die FIFA reagiert auf die Beschwerde von Thomas Tuchel und ändert die Positionierung der Fotografen bei den Hymnen.
Führende Anti-Doping-Experten kritisieren den Fußball-Weltverband FIFA für die Umsetzung seiner Kontrollen bei Weltmeisterschaften scharf. Der ehemalige Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur, Richard W. Pound, bezeichnet die offizielle Statistik von null positiven Tests bei WM-Endrunden in den vergangenen 30 Jahren als schlichtweg unglaubwürdig.
Wenn man die Historie des prestigeträchtigsten Wettbewerbs im Milliardenbusiness Fußball betrachtet, fällt eine bemerkenswerte Statistik auf. Seit der Einführung von Dopingtests bei der Weltmeisterschaft 1966 in England gab es insgesamt nur drei positive Befunde. Die Sünder waren Ernst Jean-Joseph aus Haiti im Jahr 1974, der Schotte Willie Johnston 1978 und schließlich der argentinische Weltstar Diego Maradona. Sein Ephedrin-Cocktail bei der Endrunde 1994 in den USA markiert den bis heute letzten offiziellen Dopingfall bei einer Fußball-WM.
Der kanadische WADA-Gründungspräsident Richard W. Pound findet für diese makellose Bilanz klare Worte. Er vermutet, dass der Weltverband schlichtweg verhindern möchte, dass das Flaggschiff-Turnier durch Doping-Skandale in Verruf gerät. Ein Vergleich mit der Leichtathletik untermauert diese Skepsis: Während bei Fußball-Weltmeisterschaften in den vergangenen drei Jahrzehnten kein einziger Fall verzeichnet wurde, flogen bei Leichtathletik-Weltmeisterschaften im selben Zeitraum über 160 Athleten auf. Auch die Testdichte unterscheidet sich deutlich. Bei der jüngsten Leichtathletik-WM in Budapest wurden 550 Kontrollen durchgeführt, während in Katar 2022 lediglich 369 Tests stattfanden.
Der Irrglaube, verbotene Leistungssteigerung würde in einer technisch anspruchsvollen Mannschaftssportart keinen Nutzen bringen, hält sich hartnäckig. Doch Lars Mortsiefer, Chef der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA), stellt klar, dass Doping im Fußball genauso wenig ausgeschlossen ist wie in anderen Disziplinen. Besonders im modernen Spiel, das durch enorme Laufdistanzen und eine hohe Anzahl an hochintensiven Sprints geprägt ist, könnten verbotene Substanzen entscheidende körperliche Vorteile verschaffen.
Ein Blick auf die allgemeinen Anti-Doping-Zahlen des Weltverbandes, auch abseits der WM-Turniere, lässt Zweifel an der Effektivität der Kontrollen wachsen. Zwischen 2013 und 2023 verzeichneten die öffentlich einsehbaren WADA-Statistiken bei etwa 40.000 durchgeführten Tests der FIFA lediglich 36 Dopingfälle. Diese extrem geringe Trefferquote von 0,09 Prozent liegt noch deutlich unter dem ohnehin schon niedrigen internationalen Durchschnitt und befeuert die Kritik der Experten an den Kontrollmechanismen des Fußballs zusätzlich.
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