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Die Kontroverse um den US-amerikanischen Nationalspieler Folarin Balogun geht in die nächste Runde. Wie nun bekannt wurde, hat ein Einzelrichter des FIFA-Disziplinarkomitees die Rotsperre des Stürmers zur Bewährung ausgesetzt. Brisant an dem Vorgang: Die Entscheidung fiel kurz nach einem vieldiskutierten Telefonat zwischen FIFA-Präsident Gianni Infantino und dem designierten US-Präsidenten Donald Trump.

Entscheidung durch eine Einzelperson statt durch das Gremium

Laut Recherchen der englischen Zeitung „The Times“ wurde der Entschluss nicht vom gesamten, 18-köpfigen FIFA-Disziplinarkomitee gefällt. Stattdessen traf der Vorsitzende Mohammad al-Kamali aus den Vereinigten Arabischen Emiraten die weitreichende Entscheidung im Alleingang. Der schnelle Angreifer darf somit weiterhin bei der Weltmeisterschaft auflaufen, da seine Sperre lediglich zur Bewährung ausgesetzt wurde.

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Während sich der Fußball-Weltverband auf Anfrage bislang nicht zu den genauen Umständen äußern wollte, hüllt sich auch der Entscheider in Schweigen. Reporter der BBC versuchten, al-Kamali am Rande der WM-Partie zwischen England und Norwegen in Miami zu den Hintergründen zu befragen, erhielten jedoch keine Antwort.

Rechtmäßig, aber umstritten: Die Kritik am Vorgehen

Rein formal ist das Vorgehen des Vorsitzenden unangreifbar. Die Statuten der FIFA lassen bei bestimmten Vergehen, insbesondere bei Standardfällen wie einer Roten Karte, ein Einzelrichterverfahren ausdrücklich zu. Eine ähnliche Praxis findet auch beim DFB-Sportgericht oder der Disziplinarkammer der UEFA Anwendung.

Hans E. Lorenz, der langjährige Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, bestätigte die formelle Korrektheit der Abläufe, ließ aber Zweifel an der Verhältnismäßigkeit durchblicken. Ein Verfahrensfehler liege gewiss nicht vor, so Lorenz. Es sei jedoch fraglich, ob es klug war, bei einem Fall von dieser Tragweite so vorzugehen. Ein Beschluss durch mehrere Personen hätte Raum für Gegenargumente und eine differenziertere Betrachtung gelassen. Lorenz merkte zudem an, dass die UEFA bei ihren großen EM-Turnieren bei solch sensiblen Entscheidungen zumeist mehrere Personen einbezieht.

Politischer Beigeschmack bleibt bestehen

Mohammad al-Kamali, der erst im Rahmen des FIFA-Kongresses 2025 in Paraguay in sein Amt gewählt wurde und dafür ein jährliches Honorar von 160.000 US-Dollar bezieht, steht nun im Zentrum der öffentlichen Diskussion. Auch wenn die Aussetzung einer Sperre juristisch abgedeckt ist, sorgt die zeitliche Nähe zum Telefonat zwischen Trump und Infantino weiterhin für Spekulationen über mögliche politische Einflussnahme auf das laufende Turnier.

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