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Die Menschenrechtsorganisation FairSquare erhöht den Druck auf FIFA-Präsident Gianni Infantino massiv. Nach einer bereits eingereichten Beschwerde bei der FIFA-Ethikkommission plant die Organisation nun auch den offiziellen Gang vor das Internationale Olympische Komitee (IOC). Im Zentrum der Kritik stehen die offenkundige Nähe zum US-Präsidenten Donald Trump sowie der schwerwiegende Vorwurf der potenziellen Wettbewerbsmanipulation während der Weltmeisterschaft.

Verstoß gegen die politische Neutralität

Als amtierender FIFA-Präsident ist Infantino gleichzeitig IOC-Mitglied und unterliegt damit den strikten ethischen Richtlinien der olympischen Bewegung. „Wir sind der Ansicht, dass Infantino gegen die Olympische Charta und den Ethikkodex hinsichtlich der politischen Neutralität verstoßen hat“, verdeutlichte FairSquare-Direktor Nick McGeehan im Gespräch mit der Sportschau. Besonders die wiederholten Annäherungen an das Weiße Haus, die jüngst in der Verleihung eines neu geschaffenen FIFA-Friedenspreises an Trump gipfelten, rufen Kritiker auf den Plan. Dem Vorstoß von FairSquare hatten sich auf FIFA-Ebene bereits der norwegische Fußballverband sowie 50 EU-Parlamentarier angeschlossen.

Die Balogun-Affäre als Eskalationsstufe

Eine sportlich völlig neue Brisanz erhält der Fall durch die Geschehnisse rund um den US-Nationalspieler Folarin Balogun. Der pfeilschnelle Angreifer sah im WM-Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina nach einem groben Foulspiel die Rote Karte. Die fällige Sperre für das anschließende Achtelfinale gegen Belgien wurde jedoch nachträglich durch den Weltverband ausgesetzt.

Zuvor hatte Donald Trump öffentlich bestätigt, in einem Telefonat mit dem FIFA-Boss eine Überprüfung der Rotsperre vehement gefordert zu haben. Zwar beteuerten sowohl der Weltverband als auch das Weiße Haus die völlige Unabhängigkeit der FIFA-Disziplinarkommission, doch der Vorwurf der Einflussnahme steht im Raum. „Wir werden die Ethikkommission möglicherweise bitten, zu untersuchen, ob Infantinos Rolle in der Balogun-Affäre gegen die Regeln zur Manipulation von Wettbewerben verstoßen hat“, kündigte McGeehan an.

Die Beschwerde soll laut der Menschenrechtsorganisation in Kürze in Lausanne eingereicht werden. IOC-Präsidentin Kirsty Coventry erklärte unterdessen, dass man sich mit der Angelegenheit gründlich befassen werde, sobald das formelle Dokument vorliege.

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