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Das EU-Parlament hat einen Vorstoß gegen die Preispolitik des Fußball-Weltverbandes gestartet. Angesichts der teils enormen Ticketkosten für die kommende Weltmeisterschaft fordern die Abgeordneten eine strenge Regulierung oder gar ein Verbot der sogenannten dynamischen Preisgestaltung.

Explodierende Kosten bei der WM 2026

Die FIFA richtet ihre Ticketpreise für das kommende Weltturnier in Nordamerika strikt nach der Nachfrage aus. Dieses als „Dynamic Pricing“ bekannte Modell führte in der jüngeren Vergangenheit bereits zu massiver Kritik, da die Eintrittskarten für zahlreiche Partien schnell in den hohen vierstelligen Bereich schossen. Zwar meldeten die Veranstalter bislang dennoch weitgehend gut besuchte Stadien, doch nun schreitet die europäische Politik ein, um Fußballfans vor unverhältnismäßigen Kosten zu schützen.

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Mit einer deutlichen Mehrheit von 501 Ja-Stimmen verabschiedete das EU-Parlament am Dienstag einen Bericht zur Wettbewerbspolitik. Darin wird die Europäische Kommission unmissverständlich aufgefordert, im Sinne des Verbraucherschutzes sämtliche regulatorischen Optionen zu prüfen. Im Fokus steht dabei ein mögliches Verbot der dynamischen Preisgestaltung bei Live-Sport- und Kulturveranstaltungen, um den gesellschaftlichen Wert solcher Events zu wahren.

Politik und Fanbündnisse üben scharfe Kritik

Die Front gegen das nachfrageorientierte Preismodell wächst beständig. Rasmus Andresen, Europaabgeordneter der Grünen, nahm die Kommission direkt in die Pflicht und betonte, dass nur durch klare Regeln Wucherpreise wie bei der kommenden Endrunde verhindert werden können. Unterstützung erhält die Politik von offiziellen Verbraucherschützern und Fanorganisationen.

Els Bruggeman von der Verbraucherschutzbehörde Euroconsumers kritisierte, dass das Modell einen dysfunktionalen Markt ausnutze, auf dem Konsumenten schlichtweg keine Ausweichmöglichkeiten hätten. Auch das Fanbündnis Football Supporters Europe (FSE) schloss sich der Forderung nach einem Verbot an. Ihr Hauptargument: Im Profifußball existiert kein klassischer Wettbewerb. Treue Anhänger können nicht einfach zu einem anderen Verein oder Veranstalter wechseln, wenn die Ticketpreise das eigene Budget sprengen.

So rechtfertigt der Weltverband das Preismodell

FIFA-Präsident Gianni Infantino verteidigte das System in den vergangenen Monaten vehement. Sein Argument zielt primär auf die Austragungsländer ab: Da der Ticket-Zweitmarkt in den USA vollkommen legal sei, würden zu günstige Eintrittskarten ohnehin von Händlern zu Höchstpreisen weiterverkauft. Die durch das Dynamic Pricing generierten Mehreinnahmen fließen laut Infantino stattdessen direkt in die weltweite Förderung des Fußballsports.

Ob es tatsächlich zu einem strikten Verbot in Europa kommt, bleibt vorerst offen. Michael McGrath, EU-Kommissar aus Irland, lehnte ein generelles Verbot in Branchen wie dem Flug- und Hotelgewerbe ab. Für den Ticketmarkt im Fußball räumte der Politiker jedoch ein, dass zumindest ein deutlich höheres Maß an Transparenz zwingend erforderlich sei.

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