Belgien erreicht WM-Achtelfinale gegen USA – Lukaku schlichtet Team-Streit
Trotz offener Kabinenstreitigkeiten steht Belgien nach einem Kraftakt im WM-Achtelfinale und trifft dort auf die USA.
Überraschende Kehrtwende bei der Fußball-Weltmeisterschaft: Die FIFA hat die Rotsperre des US-amerikanischen Nationalspielers Folarin Balogun unerwartet zur Bewährung ausgesetzt. Damit darf der treffsichere Angreifer im wichtigen Achtelfinale gegen Belgien in der Nacht auf Dienstag (2 Uhr MESZ) auflaufen.
Der 25-jährige Stürmer hatte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina in der 64. Minute glatt Rot gesehen, nachdem er seinem Gegenspieler Tarik Muharemovic auf das Sprunggelenk gestiegen war. Ursprünglich zog dies eine automatische Sperre von einem Spiel nach sich. Doch der Weltverband wandte nun Artikel 27 seines Disziplinarkatalogs an und setzte die Strafe auf Bewährung aus. Die Rote Karte wird somit nicht annulliert, der Spieler ist aber dennoch sofort wieder spielberechtigt – ein absolutes Novum im laufenden Turnier.
Die Entscheidung löste in den Vereinigten Staaten Jubel aus, der bis in die höchsten politischen Ebenen reichte. US-Präsident Donald Trump meldete sich umgehend über sein Netzwerk Truth Social zu Wort: „Danke an die FIFA, dass sie das Richtige getan hat und eine große Ungerechtigkeit rückgängig gemacht hat.“ Zuvor hatte bereits US-Außenminister Marco Rubio im Presseraum des Weißen Hauses harsche Kritik an der ursprünglichen Entscheidung geäußert und beklagt, das US-Team sei „beschissen behandelt worden“.
Auch US-Nationaltrainer Mauricio Pochettino stärkte seinem Schützling den Rücken. Für den argentinischen Coach war der Platzverweis eine klare Fehlentscheidung: „Es war zu keinem Zeitpunkt seine Absicht, den Spieler zu treten. Es war eine im Fußball ganz normale Aktion.“ Warum genau die FIFA die Sperre in diesem Fall zur Bewährung aussetzte, ließ der Verband auf Nachfrage bislang unbeantwortet.
Gänzlich ohne Vorbild ist dieser juristische Kniff der FIFA allerdings nicht. Erst im vergangenen November profitierte der portugiesische Superstar Cristiano Ronaldo von exakt dieser Regelung. Nach einem Ellbogenschlag in einem WM-Qualifikationsspiel gegen Irland wurde eine Drei-Spiele-Sperre nach nur einem abgesessenen Spiel für ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt. Dadurch konnte „CR7“ bei der aktuellen Endrunde bislang jede Partie bestreiten.
Für die US-Boys ist die sportliche Begnadigung ihres Mittelstürmers ein massiver Vorteil vor dem K.o.-Duell mit Belgien. Der Profi der AS Monaco spielt bislang ein herausragendes Turnier und trug bereits drei Treffer zum Erfolg des Gastgebers bei – darunter auch ein extrem wichtiges Tor beim jüngsten Sieg gegen Bosnien-Herzegowina. Mit Balogun in der Offensive steigen die amerikanischen Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale erheblich.
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