WM 2026: EU-Parlament prüft Verbot von dynamischen Ticketpreisen
Das EU-Parlament wehrt sich gegen explodierende Ticketpreise bei der WM 2026 und prüft ein Verbot des Dynamic Pricing.
Nach der historischen Aufstockung für das Turnier 2026 bahnt sich bereits die nächste Revolution im Weltfußball an: Gianni Infantino schließt eine erneute Vergrößerung der Weltmeisterschaft auf 64 teilnehmende Nationen nicht aus. In einem aktuellen Interview bestätigte der Präsident des Weltverbands, dass dieses Szenario nach dem kommenden Turnier ernsthaft geprüft werden müsse.
Die Fußballwelt ist im Wandel. Während sich Fans und Spieler gerade erst an den Gedanken von 48 Nationen bei der kommenden Endrunde gewöhnen, blickt der Chef des Weltverbands bereits weiter in die Zukunft. Gegenüber dem Schweizer Portal blue Sport betonte der 54-Jährige, dass der Globus aus mehr bestehe als nur Europa und Südamerika. Die gesamte Welt müsse von einer Teilnahme am größten Sportereignis des Planeten träumen dürfen.
Für den mächtigsten Mann im Weltfußball liegt der Fokus dabei auf dem sportlichen Ansporn. Die Qualität kleinerer Fußballnationen steige kontinuierlich an. Nehme man diesen Ländern die realistische Chance auf eine Endrundenteilnahme, fehle langfristig die Motivation zur Weiterentwicklung. Eine endgültige Entscheidung über eine solche Mega-Erweiterung obliegt dem FIFA-Rat, in dem auch der amtierende DFB-Präsident Bernd Neuendorf eine Stimme hat.
Rein rechnerisch würde eine Endrunde mit 64 Mannschaften eine Rückkehr zu einem sauberen Turnierbaum ermöglichen, wie ihn die Fans von 1998 bis 2022 mit 32 Teams kannten – nur eben im doppelten Umfang. Der logische Ansatz wäre eine Gruppenphase mit 16 Gruppen, aus denen jeweils die beiden Erstplatzierten in ein neu geschaffenes Sechzehntelfinale einziehen.
Die Konsequenz wäre eine gigantische Anzahl an Begegnungen. Insgesamt 128 Partien würden auf dem Spielplan stehen. Um dieses Ausmaß in Relation zu setzen: Eine komplette Saison in der deutschen Bundesliga umfasst 306 Begegnungen. Dennoch würde sich die maximale Belastung für die Finalisten nicht erhöhen. Es bliebe bei höchstens acht Einsätzen pro Mannschaft, und auch die reine Reisezeit während des Turniers ließe sich durch eine Verkürzung der Vorbereitungsphase auffangen.
Befürworter einer weiteren Aufstockung können durchaus stichhaltige Argumente vorbringen. Die sportliche Qualität hat sich durch Außenseiter wie Kap Verde oder die DR Kongo bei jüngsten Turnieren bewiesen – vermeintliche Underdogs sorgen immer häufiger für hochklassige Unterhaltung. Zudem würde der transparente Modus mit 16 Gruppen die unpopuläre Rechnerei um die besten Gruppendritten, die das Format 2026 prägen wird, hinfällig machen. Das schlagendste Argument in der Welt des Fußballs bleibt jedoch wirtschaftlicher Natur: Mehr Spiele bedeuten unweigerlich höhere Einnahmen.
Auf der anderen Seite warnen Kritiker vor einer drohenden Übersättigung. Schon beim bevorstehenden Turnier stehen 104 Spiele auf dem Programm, allein 72 davon sind Gruppenspiele. Damit übersteigt allein die Vorrunde 2026 die Gesamtzahl aller Begegnungen der Endrunde von 2022. Zudem verlängern sich die Wartezeiten zwischen den einzelnen Partien für die Mannschaften enorm, was den sportlichen Rhythmus stört. Die größte Hürde dürfte jedoch die Infrastruktur sein: Ein Turnier dieser Größenordnung schränkt den Kreis der potenziellen Ausrichterländer drastisch ein, da kaum eine Nation im Alleingang die benötigte Anzahl an Stadien und Trainingsquartieren stellen kann.
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