Einwechselspieler prägen die WM – Deniz Undav und Co. glänzen als Joker
Einwechselspieler wie Deniz Undav prägen die aktuelle WM und erzielen als Joker reihenweise entscheidende Tore.
Kai Havertz hat mit der deutschen Nationalmannschaft bereits vorzeitig das Ticket für die K.o.-Phase der Weltmeisterschaft gelöst. Der Angreifer des FC Arsenal ist unter Bundestrainer Julian Nagelsmann als einzige Spitze festes Stammpersonal. Doch der Weg dorthin war auch von ungewöhnlichen taktischen Maßnahmen geprägt, für die der Offensivmann jederzeit wieder bereitstehen würde.
Noch im vergangenen Jahr sorgte Julian Nagelsmann für eine faustdicke Überraschung, als er den etatmäßigen Stürmer plötzlich als Linksverteidiger aufbot. Die DFB-Elf verlor die damalige Partie zwar mit 0:2, doch für den Angreifer ist die ungeliebte Rolle kein rotes Tuch. Das Experiment war für ihn zwar eine sehr ungewohnte Situation, wie er im Gespräch mit der Zeit zugab. Dennoch stellt sich der Arsenal-Profi voll in den Dienst der Mannschaft: „Aber wenn er mich wieder darum bitten sollte, würde ich es machen.“
Inzwischen hat sich das Blatt gewendet. Bei dieser Endrunde ist Havertz in vorderster Front gesetzt und fungiert als spielmachender Neuner. Seine Spielweise zeichnet sich dabei besonders durch clevere Laufwege aus, die immer wieder Verwirrung in der gegnerischen Hintermannschaft stiften sollen. „Die Verteidiger sollen nie wissen, wo ich bin, wohin ich will, was ich vorhabe, wo ich wann sein werde“, erklärt der Ex-Leverkusener seine Taktik. Er versuche gezielt, für Abwehrspieler ein Gespenst zu sein.
Dabei nimmt der flinke Linksfuß auch bewusst Wege in Kauf, die auf den ersten Blick nutzlos erscheinen. Genau diese Bewegungen reißen jedoch essenzielle Räume für die nachrückenden Mitspieler auf und machen das deutsche Angriffsspiel unberechenbar.
Neben seinen offensiven Qualitäten definiert sich der Nationalspieler stark über die Arbeit gegen den Ball. Havertz sieht sich selbst als der erste Abwehrspieler seiner Mannschaft. Wenn er das Pressing initiiert und den gegnerischen Verteidiger anläuft, dient dies als klares Kommando für den Rest des Teams, ihm zu folgen. Mit dem Ball am Fuß übernimmt er in Tornähe zudem die Verantwortung, dem Spiel die entscheidende Richtung zu geben.
Trotz seiner enormen Wichtigkeit für das DFB-Team wird der Offensivallrounder immer wieder mit Kritik konfrontiert. Seine scheinbar lässige Art auf dem Platz führt oft zu Debatten über eine falsche Körpersprache. Diese Diskussionen sind ihm durchaus bewusst, besonders wenn ein Spiel mal nicht nach Plan läuft. Doch Havertz lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen: „Ich bin keiner, der sich groß einen Kopf darüber macht. Ich bin kein Grübler.“ Stattdessen fokussiert er sich darauf, im Hier und Jetzt zu agieren und auf dem Platz er selbst zu bleiben. Genau diese mentale Stärke sei für ihn der Schlüssel zu seiner Persönlichkeit.
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