Paraguay-Senatorin beleidigt Kylian Mbappé rassistisch nach WM-Spiel
Frankreichs Superstar Kylian Mbappé wird nach dem WM-Sieg gegen Paraguay von einer Senatorin rassistisch beleidigt.
Kylian Mbappé sorgt rund um die französische Nationalmannschaft nicht nur sportlich, sondern auch politisch für Aufsehen. Der Superstar wehrt sich offen gegen rassistische Anfeindungen und positioniert sich gegen Rechtspopulismus, wofür er teils scharfe Kritik aus der Heimat erntet.
Noch bevor der Ball bei der Weltmeisterschaft rollt, steht der Offensivmann der Équipe Tricolore im Zentrum hitziger Debatten. Französische Medien wie RMC Sport und L'Equipe kritisierten zuletzt die taktische Ausrichtung der Mannschaft. Das System sei zu stark auf den 27-jährigen Stürmerstar zugeschnitten, was zulasten anderer Angreifer wie Ousmane Dembélé gehe. Zudem wird dem pfeilschnellen Torjäger mangelnde Defensivarbeit vorgeworfen.
Doch die Diskussionen gehen längst über den grünen Rasen hinaus. In einem Interview mit Vanity Fair äußerte sich der französische Weltmeister von 2018 kritisch über eine mögliche Wahl der Rechtspopulistin Marine Le Pen. Der Superstar machte deutlich, dass er die weitreichenden Konsequenzen für sein Land fürchte, sollten extremistische Kräfte an die Macht kommen. Es ist nicht das erste Mal, dass der Angreifer seine enorme Reichweite nutzt, um sich gesellschaftspolitisch zu positionieren.
Diese offene Haltung stößt im konservativen Fußball-Establishment auf spürbaren Widerstand. Vor allem ehemalige Nationalspieler fürchten um die Ruhe im französischen WM-Kader. Christophe Dugarry, Weltmeister von 1998, bezeichnete die Aussagen des Ex-Parisers zwar als mutig, warnte jedoch vor unnötigen Spannungen und Ablenkungen innerhalb des Teams.
Noch deutlicher wurde der ehemalige UEFA-Präsident Michel Platini. Gegenüber RTL forderte er von dem Ausnahmekönner strikte politische Neutralität. Wer für alle Franzosen spiele, dürfe keine Stellung beziehen, ohne sich mit der halben Welt zu zerstreiten, argumentierte Platini. Diese klassische Forderung verkennt jedoch eine essenzielle Tatsache: Profisportler sind in erster Linie Menschen, die das Recht auf eine eigene Meinung besitzen und diese auch äußern dürfen.
Während Kritiker aktuell versuchen, den Superstar ausschließlich auf seine Rolle als Fußballer zu reduzieren, verblassen seine immensen sportlichen Meriten in der heimischen Wahrnehmung oft vorschnell. Dabei war es genau jener Mbappé, der die Grande Nation 2018 zum Titel schoss und 2022 mit einem historischen Dreierpack fast im Alleingang zur nächsten Trophäe führte.
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