5

Manuel Neuer durchlebt bei der aktuellen Weltmeisterschaft eine sportliche Achterbahnfahrt. Nach der 1:2-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen Ecuador steht der 40-Jährige massiv in der Kritik. Anstatt der Defensive Sicherheit zu verleihen, liefert der Schlussmann der DFB-Elf erschreckend schwache Statistiken ab und sorgt vor dem anstehenden Sechzehntelfinale für hitzige Diskussionen um seinen Status als unangefochtene Nummer eins.

Historischer Tiefpunkt: Neuers Paradenquote im freien Fall

Eigentlich sollte dieses Turnier die Krönung einer beispiellosen Karriere werden. Gegen Curacao avancierte der Weltmeister von 2014 zum ältesten deutschen WM-Spieler aller Zeiten, ehe er gegen die Elfenbeinküste mit seinem 21. Einsatz den Rekord des Franzosen Hugo Lloris brach. Doch diese historischen Meilensteine verblassen angesichts der aktuellen sportlichen Realität auf dem Platz.

Passend zum Thema

Der Routinier kassierte in den bisherigen drei Partien vier Gegentore, konnte aber lediglich drei gegnerische Schüsse abwehren. Mit einer Paradenquote von desaströsen 42,9 Prozent belegt er den letzten Platz aller 40 bei der Endrunde eingesetzten Stammtorhüter. Zum Vergleich: Bei seinem großen Triumph in Rio de Janeiro 2014 lag dieser Wert noch bei überragenden 85,7 Prozent, 2018 bei 71,4 Prozent und selbst beim Vorrunden-Aus 2022 immerhin noch bei 61,5 Prozent. Der Trend ist unverkennbar: Neuer hält die sogenannten Unhaltbaren aktuell nicht mehr.

Patzer gegen Ecuador? Torwartlegende wehrt sich

Besonders der entscheidende Gegentreffer bei der überraschenden Pleite gegen Ecuador befeuerte die Torwartdebatte. Auf die Frage, ob er an dem Treffer eine Mitschuld trage, reagierte der Schlussmann gewohnt selbstbewusst und wies jegliche Schuld entschieden zurück. Er müsse den Ball und das Geschehen direkt vor ihm im Blick behalten, argumentierte der erfahrene Keeper.

Bundestrainer Julian Nagelsmann nahm seinen Schützling zwar teilweise in Schutz und merkte an, dass aus Sicht der DFB-Auswahl bisher noch kein echtes Torwartspiel dabei gewesen sei. Dennoch ist der deutschen Hintermannschaft eine gewisse Verunsicherung deutlich anzumerken. Die Aura der Unüberwindbarkeit, die den 127-fachen Nationalspieler einst auszeichnete, scheint nach dem Älterwerden und schweren Verletzungen wie seinem Unterschenkelbruch ein Stück weit verflogen zu sein. Schon in der abgelaufenen Bundesliga-Saison deutete sich mit einer abgewehrten Schussquote von knapp 61 Prozent ein spürbarer Leistungsabfall an.

Blick auf Paraguay: Die DFB-Abwehr muss sich stabilisieren

Nun wartet im Sechzehntelfinale mit Paraguay eine unbequeme Aufgabe. Die Südamerikaner sind nicht dafür bekannt, ein offensives Feuerwerk abzubrennen. Das bedeutet, dass die deutsche Nummer eins voraussichtlich erneut nur wenige Gelegenheiten bekommen wird, sich mit spektakulären Flugeinlagen auszuzeichnen. Für die DFB-Auswahl lautet die klare Mission daher: Endlich zu null spielen, um mit neuem Selbstvertrauen und einer stabilen Defensive in ein mögliches Achtelfinale einzuziehen.

Verwandte Beiträge

Warum Sportwetten-Magazin vertrauen?