Niederlande schlägt Tunesien 3:1 und sichert sich den Gruppensieg
Die Niederlande besiegen Tunesien mit 3:1, gewinnen die Gruppe F und treffen nun im WM-Sechzehntelfinale auf Marokko.
Die marokkanische Nationalmannschaft hat zum Abschluss der WM-Vorrunde in der Gruppe C einen echten Krimi abgeliefert. Im ausverkauften Stadion von Atlanta bezwang der Halbfinalist von 2022 den krassen Außenseiter Haiti mit großer Mühe mit 4:2 (2:2). Durch diesen hart erkämpften Erfolg zieht Marokko als Gruppenzweiter hinter Brasilien in die K.o.-Phase ein, nachdem die Südamerikaner im Parallelspiel Schottland souverän besiegten.
Haiti, das zuletzt bei der Weltmeisterschaft 1974 durch Emmanuel Sanon getroffen hatte, sorgte früh für ungläubige Gesichter bei den über 68.000 Zuschauern. Ein kurioser Treffer brachte den Karibikstaat in Front: Lenny Joseph beförderte den Ball per Hacke an den Rücken von Star-Keeper Bono (10. Minute), von wo die Kugel ins Netz sprang. Zwar konnte der auffällige Außenverteidiger Achraf Hakimi nach einer unübersichtlichen Situation im Strafraum ausgleichen (39.), doch Haiti schlug umgehend zurück. Wilson Isidor drosch das Leder kurz vor der Pause aus 26 Metern mit gemessenen 126 km/h unhaltbar in den Winkel – ein absolutes Traumtor, das Hakimi nur kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen konnte.
Doch der nordafrikanische Favorit bewies Moral. Noch in der Nachspielzeit der ersten Hälfte unterstrich Ismael Saibari, der aktuell intensiv mit dem FC Bayern München in Verbindung gebracht wird, seine herausragende Form. Nach mustergültiger Vorarbeit von PSG-Profi Hakimi schob der 25-Jährige überlegt zum 2:2 ein (45.+1). Für den pfeilschnellen Offensivmann war es bereits der dritte Treffer im dritten Turnierspiel.
Im zweiten Durchgang drängte der Afrikameister auf die Entscheidung, scheiterte aber zunächst durch Unvermögen oder am stark aufspielenden 38-jährigen Haiti-Schlussmann Johny Placide. Zudem offenbarten die Marokkaner bei haitianischen Kontern ungewohnte defensive Lücken. Erst in der Schlussphase und nachlassenden Kräften beim tapferen Underdog brach der Bann nach einer Standardsituation: Soufiane Rahimi (78.) drückte den Ball nach einer von Chadi Riad verlängerten Ecke über die Linie. Gessime Yassine (89.) erlöste sein Team kurz vor dem Abpfiff endgültig und machte den Achtelfinal-Einzug perfekt.
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