WM 2026 startet mit 48 Teams – FIFA-Turniermodus wackelt bereits
Die WM 2026 bringt mit 48 Teams einen Rekord-Spielplan, der wegen sportlicher Mängel bereits vor dem Aus stehen könnte.
Nur eine Woche vor dem ersten WM-Gruppenspiel der US-amerikanischen Nationalmannschaft droht in Los Angeles ein handfestes organisatorisches Problem. Die Gewerkschaft der Stadion-Angestellten im SoFi Stadium hat mit überwältigender Mehrheit für einen Streik gestimmt. Dieser drohende Arbeitskampf bringt die lokalen WM-Organisatoren unmittelbar vor dem Aufeinandertreffen der USA mit Paraguay massiv unter Druck.
Die Fronten zwischen dem Stadionbetreiber Legends Global und der Arbeitnehmervertretung sind verhärtet. Nach dem Auslaufen des bisherigen Tarifvertrags wurden die Verhandlungen in der vergangenen Woche ergebnislos abgebrochen. Daraufhin votierten 96 Prozent der Mitglieder der Vereinigung UNITE HERE Local 11, die rund 2.000 Beschäftigte der Arena in Inglewood vertritt, für einen Arbeitsausstand.
Neben klassischen tariflichen Aspekten steht ein brisanter Streitpunkt im Mittelpunkt: Die Gewerkschaft fordert vom Fußball-Weltverband FIFA und dem Betreiber eine verbindliche Garantie, dass Beamte der US-Einwanderungsbehörde (ICE) das Stadiongelände nicht betreten dürfen. Kurt Petersen, Co-Präsident der Gewerkschaft, wirft Legends Global vor, die Bedenken der Mitarbeiter nicht ernst genug zu nehmen. In einer offiziellen Stellungnahme betonte die Interessenvertretung, dass kein Beschäftigter aus begründeter Angst um seine Sicherheit zwischen seinem Arbeitsplatz und seiner Freiheit wählen sollte.
Für die Veranstalter kommt diese Entwicklung zur Unzeit. Ein Großteil der streikbereiten Mitglieder ist im elementaren gastronomischen Bereich der gigantischen Arena tätig. Ein spontaner Ersatz der Belegschaft gilt als ausgeschlossen, da sämtliche Personen, die während des Turniers im Stadion arbeiten, vorab einen strengen Sicherheitscheck der lokalen Behörden durchlaufen müssen. Die Zeit für solche Akkreditierungen ist längst abgelaufen.
Somit steht ein reibungsloser Ablauf auf der Kippe, wenn der WM-Co-Gastgeber am 13. Juni um 3.00 Uhr MESZ gegen Paraguay in das Turnier startet. Das hochmoderne SoFi Stadium, das regulär als Heimstätte der NFL-Teams Los Angeles Rams und Los Angeles Chargers dient, ist einer der wichtigsten Schauplätze der Endrunde. Neben dem Auftakt der US-Amerikaner finden hier vier weitere Gruppenspiele, ein Sechzehntelfinale sowie ein Viertelfinale statt.
Die WM 2026 bringt mit 48 Teams einen Rekord-Spielplan, der wegen sportlicher Mängel bereits vor dem Aus stehen könnte.
Paraguays Star-Spieler Julio Enciso hat sich kurz vor dem WM-Start verletzt und droht für das Turnier auszufallen.
Die FIFA zahlt für die kommende WM in Nordamerika eine Rekordsumme von 307 Millionen Euro an die abstellenden Klubs.