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Vor dem brisanten WM-Halbfinale zwischen Spanien und Frankreich sorgt eine politische Entgleisung abseits des Rasens für heftige Reaktionen. Der ehemalige spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat die französische Nationalmannschaft in einem Zeitungsartikel rassistisch beleidigt und damit in beiden Ländern eine Welle der Empörung ausgelöst.

Pedro Sánchez kontert rassistische Äußerungen

In einem Gastbeitrag für das Online-Portal El Debate lobte Rajoy zwar das hohe sportliche Niveau der Équipe Tricolore, fügte jedoch hinzu, der Kader komme „ohne Franzosen“ aus. Die Reaktionen auf die Worte des konservativen Politikers, der Spanien von 2011 bis 2018 regierte, ließen nicht lange auf sich warten.

Besonders deutlich positionierte sich sein Amtsnachfolger Pedro Sánchez. Der amtierende spanische Ministerpräsident stellte auf der Plattform X klar, dass Zugehörigkeit nicht an Hautfarbe oder Nachnamen gemessen werde, sondern an der Liebe zu einem Land. Er schloss sein Statement mit einer klaren Botschaft in Richtung des kommenden Gegners: „Frankreich, wir sehen uns im Halbfinale. Möge der Bessere gewinnen und der Rassismus verlieren.“

Frankreichs Politik fordert rechtliche Konsequenzen

Auch auf der anderen Seite der Pyrenäen schlug der Eklat hohe Wellen. Naïma Moutchou, die französische Ministerin für Überseegebiete, verurteilte die Worte als systematischen Hass und forderte den französischen Fußballverband auf, rechtliche Schritte einzuleiten. Die französische Botschaft in Madrid sah sich zudem zu einer offiziellen Klarstellung gezwungen: Von den 26 nominierten Spielern seien 23 in Frankreich geboren. Auch die drei im Ausland geborenen Profis seien vollwertige französische Staatsbürger.

Wiederholte Anfeindungen bei dieser Weltmeisterschaft

Für die Mannschaft von Nationaltrainer Didier Deschamps ist es nicht der erste Vorfall dieser Art im laufenden Turnier. Bereits nach dem Achtelfinalsieg gegen Paraguay hatte eine südamerikanische Politikerin vor allem Offensivstar Kylian Mbappé rassistisch attackiert. Der pfeilschnelle Stürmer und sogar Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hatten sich daraufhin öffentlich zur Wehr gesetzt. Nun überschattet das Thema erneut den sportlichen Fokus, bevor am Dienstagabend der Ball rollt.

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