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Hans-Joachim Watzke hat die Pläne der FIFA, Anteile der Fußball-Weltmeisterschaft an private Investoren zu veräußern, scharf verurteilt. Der DFB-Vizepräsident spricht von einer klaren Grenzüberschreitung. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) stellt sich gegen den Weltverband und erwägt als drastische Reaktion sogar einen WM-Boykott.

Ein absoluter Angriff auf den Fußball

Der langjährige Geschäftsführer von Borussia Dortmund und aktuelle UEFA-Funktionär fand im Gespräch mit dem kicker deutliche Worte für das Vorhaben des Weltverbandes. Viele im europäischen Fußball würden die Pläne als absoluten Angriff auf den Sport werten. Er teile diese Haltung voll und ganz, da hier eine Grenze überschritten werde. Der 67-Jährige betonte zudem, dass unter den europäischen Verbänden große Einigkeit herrsche. Dies hätten ihm persönliche Gespräche mit UEFA-Präsident Aleksander Ceferin bestätigt.

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Die UEFA flankiert Watzkes Aussagen mit einem unmissverständlichen offiziellen Statement. Die Seele und die Führung des Fußballs seien keine Vermögenswerte, mit denen gehandelt werden dürfe, teilte der Verband mit. Besondere Kritik übte die UEFA an der völligen Intransparenz bezüglich der finanziellen Profiteure. Keiner besitze den Fußball, daher sei es nicht an der FIFA, ihn zu verkaufen.

Die Situation könnte in den kommenden Tagen weiter eskalieren: Übereinstimmenden Medienberichten zufolge beruft die UEFA noch in dieser Woche eine Dringlichkeitssitzung ein. Auf der Agenda steht dabei auch ein möglicher WM-Boykott der europäischen Nationen. Dass Europa in diesem Machtkampf am längeren Hebel sitzen könnte, machte Watzke mit Blick auf die sportliche Dominanz deutlich: Bei der letzten Endrunde stellte der Kontinent sechs Mannschaften im Viertelfinale und drei Teams im Halbfinale. Wenn sich der europäische Fußball geschlossen wehre, habe das enorm viel Gewicht.

Breite Front gegen FIFA-Boss Infantino

Der Widerstand formiert sich derweil nicht nur in Deutschland und der Schweiz. Auch aus Spanien gab es scharfe öffentliche Kritik. LaLiga-Präsident Javier Tebas nahm FIFA-Boss Gianni Infantino direkt ins Visier und bezeichnete ihn als das Problem, nicht als die Lösung für die Führung der FIFA. Man tauche immer tiefer in den Eisberg ein und müsse abwarten, was noch an die Oberfläche komme.

Die FIFA selbst hatte das umstrittene Vorhaben bezüglich des Investoren-Einstiegs am späten Dienstagabend in einer Mitteilung weitgehend bestätigt, was den Konflikt nun endgültig auf die große sportpolitische Bühne hebt.

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