Das Rätselraten hat ein Ende und die Serie ist gerissen: Nach beeindruckenden 33 Pflichtspielen ohne Niederlage hat es den SC Magdeburg erwischt. Der THW Kiel bezwang den Tabellenführer am Sonntag in einem dramatischen Spitzenspiel mit 31:29 (10:12) und sorgte für Ekstase in der Wunderino Arena.

Perez de Vargas wird zum Albtraum für den Ligaprimus

Was sich in der Schlussminute abspielte, war Gänsehaut pur: Stehende Ovationen begleiteten die "Zebras" in den letzten Sekunden, als der Heimsieg gegen die Übermannschaft der letzten Monate in trockenen Tüchern war. Dabei sah es zu Beginn düster aus für den Rekordmeister. Nach einem schnellen 4:8-Rückstand und vielen technischen Fehlern schien Magdeburg seiner Favoritenrolle gerecht zu werden.

Doch das Blatt wendete sich durch eine Einwechslung, die das Spiel auf den Kopf stellte. Nachdem Andreas Wolff bereits in der zweiten Minute nach einem Kopftreffer vom Feld musste, schlug die Stunde von Gonzalo Perez de Vargas. Der spanische Weltklasse-Keeper vernagelte sein Tor regelrecht und kaufte den Schützen des Teams von Bennet Wiegert den Schneid ab – inklusive gehaltener Siebenmeter gegen Spezialisten wie Omar Ingi Magnusson und Matthias Musche.

"Wir machen die richtigen Bälle rein […] und mit Gonzalo im Tor gibt es jedem Einzelnen mehr Selbstvertrauen", analysierte Kreisläufer Lukas Laube treffend im NDR-Interview. Diese Sicherheit übertrug sich auf den Angriff, wo die Kieler ihre Nervosität ablegten und das Spiel in der zweiten Hälfte drehten.

Wichtige Punkte für Europa und Pekeler-Verbleib

Der Sieg ist nicht nur prestige-trächtig, sondern auch tabellarisch enorm wichtig. Als Tabellenfünfter wahren die Norddeutschen (32:10 Punkte) ihre Chance auf die Champions-League-Plätze. Der SC Magdeburg bleibt zwar Spitzenreiter, muss aber erkennen, dass er doch noch verwundbar ist.

Für positive Stimmung sorgte der Verein bereits vor dem Anpfiff mit einer wichtigen Personalentscheidung: Abwehrchef Hendrik Pekeler hat seinen auslaufenden Vertrag bis zum 30. Juni 2027 verlängert. Eine Nachricht, die den Fans und der Mannschaft sichtlich Auftrieb gab.

Derby-Kracher steht vor der Tür

Viel Zeit zum Feiern bleibt der Truppe von Filip Jicha allerdings nicht. Der Spielplan hält direkt den nächsten Blockbuster bereit: Schon am Dienstag trifft der THW Kiel in der European League auf den ewigen Rivalen SG Flensburg-Handewitt. Nach diesem emotionalen Kraftakt gegen Magdeburg gehen die "Zebras" jedoch mit breiter Brust in das 114. Landesderby.

Verwandte Beiträge