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Der THW Kiel hat seine Generalprobe erfolgreich gemeistert und am Pfingstsonntag beim Bergischen HC einen ungefährdeten 32:23-Auswärtssieg (15:7) eingefahren. Vor über 7.000 Zuschauern in der Düsseldorfer Arena tankte die Mannschaft von Trainer Filip Jicha damit entscheidendes Selbstvertrauen für das anstehende Final Four der European League und hielt den Gegner über die gesamte Spielzeit auf Distanz.

Blitzstart und eine kompakte Kieler Defensive

Die Schleswig-Holsteiner legten einen Start nach Maß hin. Bereits nach acht Minuten sah sich BHC-Trainer Arnor Gunnarsson gezwungen, seine erste Auszeit zu nehmen, da die Gäste blitzschnell mit 6:1 in Führung gegangen waren. Besonders Harald Reinkind und Lukas Zerbe zeigten sich in der Anfangsphase extrem treffsicher und steuerten jeweils zwei schnelle Tore bei. Obwohl sich die Bergischen Löwen in der Folge besser auf den Gegner einstellten, ließ der THW sie nie näher als auf drei Treffer herankommen.

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Das Spiel war im ersten Durchgang geprägt von starken Torhüterleistungen. Sowohl Christopher Rudek bei den Hausherren als auch Andreas Wolff im Kasten der Gäste stellten ihre Klasse eindrucksvoll unter Beweis. Dennoch setzten sich die Zebras vor dem Pausenpfiff noch einmal deutlich ab. Ein spektakulärer Treffer von Zerbe aus der eigenen Hälfte ins leere Tor sowie ein wuchtiger Unterarmwurf von Eric Johansson sorgten für die komfortable 15:7-Halbzeitführung.

Johansson erstickt das BHC-Aufbäumen im Keim

Nach dem Seitenwechsel zeigten die Gastgeber Moral. Angetrieben von Aron Seesing und Noah Beyer verkürzte der Bergische HC den Rückstand schnell auf 10:15. Kiel schwächte sich in dieser Phase zudem durch unnötige Zeitstrafen selbst. Doch bevor echte Spannung aufkommen konnte, nahm Eric Johansson das Zepter in die Hand. Der schwedische Rückraumspieler, der mit sieben Treffern zum besten Werfer avancierte, brach den Rhythmus der Hausherren mit zwei Gewaltwürfen und zog zudem geschickt ein Offensivfoul. Spätestens als sich auch Keeper Wolff in die Torschützenliste eintrug und auf 25:16 stellte, war die Begegnung entschieden.

Letzte Titelchance beim Final Four in Hamburg

Für den THW Kiel ist dieser Sieg enorm wichtig, um eine bislang verkorkste Spielzeit doch noch zu retten. In der Handball-Bundesliga reicht es für den Rekordmeister derzeit nur zur fünften Kraft, im DHB-Pokal war bereits im Viertelfinale Endstation. Das anstehende Finalturnier der European League in Hamburg ist somit die letzte Chance auf Tafelsilber und die damit verbundene Qualifikation für die Champions League.

Im Halbfinale wartet nun das französische Top-Team Montpellier HB auf die Jicha-Sieben. Sollte Kiel diese Hürde nehmen, käme es im Endspiel zu einem deutschen Duell gegen den Sieger der Partie MT Melsungen gegen SG Flensburg-Handewitt. Der couragierte Auftritt in Düsseldorf hat zumindest gezeigt, dass die Mannschaft rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt ihre Form gefunden hat.

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