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Der THW Kiel hat sich mit sofortiger Wirkung von Cheftrainer Filip Jicha getrennt. Nach einer historisch schwachen Saison zog der deutsche Handball-Rekordmeister am Montag die Reißleine. Für den ehemaligen Kieler Profi Christian Zeitz kommt die Entscheidung nicht überraschend, doch die zögerliche Umsetzung wirft für ihn ein schlechtes Licht auf die Führungsriege der Norddeutschen.

Enttäuschende Saison erzwingt Trainerwechsel

Die abgelaufene Spielzeit in der Handball-Bundesliga glich für den Traditionsverein einer sportlichen Talfahrt. Als Tabellensechster verpassten die Zebras nicht nur zum dritten Mal in Serie die Qualifikation für die Champions League, sondern werden erstmals seit 33 Jahren überhaupt nicht in einem europäischen Wettbewerb vertreten sein. Eine derart magere Ausbeute ließ den Verantwortlichen letztlich keine andere Wahl, als die Reißleine zu ziehen.

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Filip Jicha prägte über Jahre hinweg eine Ära an der Förde. Der Tscheche stand von 2007 bis 2015 als Spieler auf der Platte, kehrte 2018 als Co-Trainer zurück und übernahm 2019 den Posten des Cheftrainers. Trotz seiner immensen Verdienste war der Kredit nach der ausgiebigen Saisonanalyse aufgebraucht. Anspruch und sportliche Realität klafften zuletzt zu weit auseinander, um eine weitere Zusammenarbeit zu rechtfertigen.

Christian Zeitz wittert Uneinigkeit in der Führungsetage

Für den ehemaligen Nationalspieler Christian Zeitz war die Trennung der einzig logische Schritt, da im Profisport am Ende nur die nackten Ergebnisse zählen. Allerdings stößt dem Linkshänder die Art und Weise der Entscheidungsfindung bitter auf. Er legte verbal den Finger in die Wunde und kritisierte die lange Dauer der Analysephase scharf.

Dass der Aufsichtsrat fast drei Wochen benötigte, um das Aus des Trainers zu besiegeln, spricht für Zeitz Bände. Für den Ex-Profi ist offensichtlich, dass intern lange keine echte Einigkeit über den zukünftigen Kurs herrschte und sich die Chefetage mit diesem drastischen Schritt spürbar schwergetan hat. Die verzögerte Kommunikation wertet er als klares Indiz für interne Reibereien.

Börge Lund unterschreibt langfristigen Vertrag

Trotz der angeblichen internen Dissonanzen hat der THW Kiel bemerkenswert schnell eine Nachfolgelösung präsentiert. Bereits am Mittwoch gaben die Kieler die Verpflichtung von Börge Lund bekannt. Der 47-jährige Norweger soll die Mannschaft nun neu aufbauen und wieder in die Erfolgsspur führen. Dafür stattete der Bundesligist seinen neuen Übungsleiter mit einem langfristigen Arbeitspapier bis zum 30. Juni 2028 aus.

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