11

Nach einer historischen Enttäuschung steht die Zukunft von Filip Jicha beim Handball-Rekordmeister THW Kiel auf dem Prüfstand. Entgegen ersten Medienberichten über eine bereits beschlossene Trennung ist das Aus des 44-jährigen Tschechen an der Förde noch nicht besiegelt. Der Klub befindet sich aktuell in einer tiefgehenden Analysephase.

Widersprüchliche Berichte um den THW-Coach

Am Wochenende überschlugen sich die Ereignisse rund um den Traditionsklub. Zunächst vermeldete das Portal Handballbase, dass die Entscheidung gegen den langjährigen Cheftrainer gefallen sei und der eigentlich bis 2028 datierte Vertrag vorzeitig beendet werde. Doch nun folgt die Wende: Wie RTHandball unter Berufung auf vereinsinterne Quellen berichtet, steht eine offizielle Bestätigung nicht nur aus, sondern ist aktuell auch gar nicht spruchreif. Die Klubführung nehme sich für den umfassenden Evaluierungsprozess noch bis zu zwei Wochen Zeit, bevor eine endgültige Entscheidung über die Personalie auf der Trainerbank verkündet wird.

Passend zum Thema

Schlechteste Saison seit 25 Jahren erzwingt knallharte Analyse

Dass der Posten des tschechischen Übungsleiters überhaupt massiv wackelt, liegt an der desaströsen sportlichen Bilanz der abgelaufenen Spielzeit. Lange Zeit hielten die Zebras im Rennen um die lukrativen Plätze der Champions League mit, bevor dem Team im Endspurt völlig die Puste ausging. Schmerzhafte Niederlagen gegen den Absteiger GWD Minden sowie den TBV Lemgo sorgten letztlich dafür, dass die Kieler sogar das europäische Geschäft komplett verpassten. Für den erfolgsverwöhnten Verein markiert dies den tiefsten sportlichen Tiefpunkt seit knapp einem Vierteljahrhundert.

Szilagyi lässt Zukunft des Tschechen bewusst offen

THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi hatte bereits nach dem enttäuschenden Saisonabschluss eine schonungslose Aufarbeitung angekündigt. Gemeinsam mit Co-Geschäftsführerin Anja Niemann und dem Aufsichtsrat wird aktuell die gesamte sportliche Ausrichtung schonungslos hinterfragt. Auf Jichas Zukunft angesprochen, ließ der Österreicher tief blicken und betonte öffentlich, dass eine Weiterbeschäftigung nie zu 100 Prozent sicher sei. Bei dem anstehenden Gipfeltreffen der Vereinsbosse wolle man alle Optionen prüfen, um den norddeutschen Vorzeigeklub wieder an die absolute Spitze der Bundesliga heranzuführen. Ein Selbstläufer, so warnte Szilagyi eindringlich, werde dieser sportliche Turnaround jedoch nicht.

Verwandte Beiträge

Warum Sportwetten-Magazin vertrauen?