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Der THW Kiel steht nach einem hochspannenden Viertelfinal-Rückspiel im Final Four der EHF European League. Die Norddeutschen besiegten den kroatischen Vertreter RK Nexe Nasice nach einem 30:27 in der regulären Spielzeit im entscheidenden Siebenmeterwerfen und machten damit die 30:33-Hinspielniederlage wett. Das Finalturnier findet Ende Mai in Hamburg statt.

Entscheidung vom Punkt: Johansson krönt starke Aufholjagd

Dabei hatte der Abend für die Hausherren vor knapp 6.000 Zuschauern alles andere als optimal begonnen. Nach fünf Minuten lagen die Kieler mit 3:5 zurück und sahen sich in der Addition beider Spiele mit einem Fünf-Tore-Rückstand konfrontiert. Doch die Abwehr der Zebras stabilisierte sich zusehends. Nationaltorhüter Andreas Wolff parierte wichtige Bälle, während im Angriff Lukas Zerbe und Rückkehrer Eric Johansson Verantwortung übernahmen. Der schwedische Rückraumschütze, der nach einer Knieverletzung sein Comeback feierte, sorgte in der 10. Minute für die erste Führung der Gastgeber.

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Nach einem hart umkämpften Spielstand von 17:15 zur Pause erzwang der deutsche Rekordmeister mit dem 30:27 nach Ablauf der regulären 60 Minuten den absoluten Showdown. Im Siebenmeterwerfen bewiesen die Torhüter des THW ihre Extraklasse: Sowohl Wolff als auch sein Gespannpartner Gonzalo Perez de Vargas parierten jeweils einen Wurf der Kroaten. Den Schlusspunkt unter ein wahres Handball-Drama setzte Johansson, der beim entscheidenden Versuch die Nerven behielt und sein Team endgültig nach Hamburg warf.

Blick auf das Finalturnier und mögliche Königsklassen-Qualifikation

Nach dem nervenaufreibenden Triumph zeigte sich Rechtsaußen Zerbe, der eine makellose Wurfquote aufwies, tief beeindruckt von der Unterstützung in der Arena. Er sprach von einem reinen Sieg der Willenskraft, bei dem die Fans die Mannschaft unermüdlich nach vorne gepeitscht hätten. Nun richten sich die Blicke auf das Final Four, das am 30. und 31. Mai in der Hansestadt ausgetragen wird.

Die Auslosung der Halbfinalpartien erfolgt am Freitag in Wien. Zum möglichen Teilnehmerfeld gehören nationale Konkurrenten wie die SG Flensburg-Handewitt und die MT Melsungen sowie der französische Club Montpellier HB. Ein Triumph in der European League ist für die Kieler gleich doppelt attraktiv: Der Titelgewinn könnte das Ticket für die kommende Saison in der Champions League bedeuten, sofern die Konstellation rund um die Füchse Berlin in der Liga und der Königsklasse dies zulässt.

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