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In der entscheidenden Phase der Handball-Bundesliga steckt der THW Kiel in einer tiefen sportlichen Krise. Die Qualifikation für das europäische Geschäft wackelt bedenklich, was die Kritik an Cheftrainer Filip Jicha befeuert. Doch Klub-Ikone Uwe Schwenker stellt sich schützend vor den Tschechen und hält eine vorzeitige Trennung für den völlig falschen Weg.

Fokus auf Struktur: Schwenker fordert Analyse statt Aktionismus

Für den ehemaligen THW-Geschäftsführer käme ein Trainerwechsel zur Unzeit. Ein Rauswurf Jichas aufgrund der jüngsten Ergebnisse wäre laut Schwenker der größte Fehler. Vielmehr sei nun der Aufsichtsrat in der Pflicht. Das Gremium müsse gemeinsam mit der Geschäftsführung detailliert analysieren, inwiefern die aktuelle Misere auf die Verletzungssorgen oder auf tiefgreifendere Probleme in der Kaderplanung und dem Spielsystem zurückzuführen ist.

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Schwenker betonte, dass die vielen verletzungsbedingten Ausfälle die objektive Bewertung von Jichas Arbeit derzeit stark verzerren. Eine schnelle Entlassung des Ex-Profis würde die grundsätzlichen strukturellen Defizite der Norddeutschen nicht über Nacht beheben.

Europapokal in Gefahr: Die Zebras im freien Fall

Die sportliche Realität an der Förde ist derzeit alarmierend. Der Rekordmeister konnte nur eine der vergangenen fünf Ligapartien für sich entscheiden. Den vorläufigen Tiefpunkt markierte am vergangenen Wochenende eine herbe 25:33-Pleite beim Abstiegskandidaten HSG Wetzlar. Vier Spieltage vor Saisonende rangieren die Kieler lediglich auf dem sechsten Tabellenplatz, der gerade noch zur Teilnahme an der European League berechtigt.

Trotz des sportlichen Abwärtstrends sieht Schwenker keine Anzeichen für einen Bruch zwischen Mannschaft und Trainer. Bislang gebe es keine Belege dafür, dass der tschechische Übungsleiter die Kabine verloren habe. Ein solches Szenario wäre für den 67-Jährigen ein klarer Grund für schnelles Handeln, doch dieser Fall ist in Kiel offensichtlich nicht eingetreten. Ob Jicha allerdings auch über den Sommer hinaus unumstritten bleibt, ließ die Vereinslegende offen: Am Ende der Spielzeit könne die Situation rund um den Cheftrainer neu bewertet werden.

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