Das emotionale Highlight der Winterspiele ist perfekt: Vladimir Semirunniy hat die Silbermedaille gewonnen. Der gebürtige Russe, der dem Krieg in seiner Heimat den Rücken kehrte und nun für Polen startet, lief im Milano Speed Skating Stadium das Rennen seines Lebens. Über die mörderische Distanz von 10.000 Metern musste sich der 23-Jährige lediglich einem Konkurrenten geschlagen geben und bescherte seinem neuen Verband damit das zweite Edelmetall bei diesen Spielen.

Generationenkampf auf dem Eis

Es war ein Rennen der Extreme auf der längsten aller Eisschnelllauf-Distanzen. Semirunniy zeigte eine herausragende Leistung, doch gegen den entfesselten Tschechen Metodej Jilek war kein Kraut gewachsen. Der erst 19-jährige Jilek sicherte sich Gold und verwies den Neu-Polen auf den zweiten Platz. Das Podium komplettierte eine echte Legende des Sports: Der mittlerweile 40-jährige Niederländer Jorrit Bergsma bewies erneut seine Klasse und schnappte sich Bronze. Deutsche Athleten waren über die 10.000 Meter in Mailand nicht am Start.

Vom Kriegsgegner zum polnischen Helden

Die Medaille von Semirunniy wiegt politisch und emotional besonders schwer. Der in Jekaterinburg geborene Athlet hatte sich 2023 klar gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine positioniert – ein mutiger Schritt, der seinen sportlichen Weg für immer veränderte. Er wechselte zum westlichen Nachbarn Polen und erhielt dort im vergangenen Jahr die Staatsbürgerschaft. Nun zahlte der Langstrecken-Spezialist das Vertrauen seiner neuen Heimat mit olympischem Silber zurück.

Showdown mit Finn Sonnekalb steht bevor

Für den frischgebackenen Silbermedaillengewinner ist die Jagd nach Edelmetall noch nicht beendet. Semirunniy wird auch über die 1.500 Meter an den Start gehen. Dort kommt es am 19. Februar zu einem spannenden Aufeinandertreffen: Der Pole trifft auf den deutschen Hoffnungsträger Finn Sonnekalb. Nach diesem Erfolg über die Langstrecke dürfte Semirunniy mit breiter Brust in das Duell mit dem Deutschen gehen.

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